7.9.2011
Podiumsdiskussion zum Thema „ökosoziale Marktwirtschaft“ am 15.09.2011 im Theater Leo 17
Weniger ist MEHRWert – grünes Wachstum ohne Grenzen?
Auf dem Weg in eine ökosoziale Marktwirtschaft müssen wir die Begriffe „Mehrwert“ und „Wachstum“ neu definieren. Darüber diskutieren Vordenker und Vorreiter einer alternativen Wirtschaftsordnung.
Grünes Wachstum, nachhaltiges Wirtschaften, gerechte Verteilung – derzeit in aller Munde, Schlagworte aktueller Debatten. Die Podiumsdiskussion „Weniger ist MEHRWert – grünes Wachstum ohne Grenzen?“ geht der Frage nach einer erfolgreichen Verbindung von ökologischem Denken und ökonomischem Handeln auf den Grund. Denn obwohl uns Klimawandel und Atomausstieg klar die Richtung weisen, so scheint der Weg zu anderen Formen des Wirtschaftens voller Stolpersteine: Warum tun wir oft nicht, was wir doch eigentlich längst wissen? Welche Antworten geben uns Visionäre, wie neu müssen wir unsere Welt erfinden bzw. denken, wo stößt vielleicht auch grünes Wachstum an seine Grenzen?
Auf dem Podium sitzen:
Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Lehrstuhlinhaber für Datenbanken und künstliche Intelligenz an der Universität Ulm und Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensver-arbeitung, Mitglied des Club of Rome,
Thomas Prudlo, Geschäftsführer der Green City Energy GmbH und
Thomas Jorberg, Vorstand der GLS Gemeinschaftsbank.
Moderiert wird die Diskussion von Dr. phil. Wolf-Dieter Enkelmann, Direktor für Forschung und Entwicklung des Instituts für Wirtschaftsgestaltung in München.
Thema: „Weniger ist MEHRWert – grünes Wachstum ohne Grenzen?“
Wann: Donnerstag, 15. September 2011, 19:00 Uhr
Wo: Theater Leo 17, Leopoldstraße 17, 80802 München
Eintritt: 5 Euro
Kartenreservierung: muenchen-aktuell@gls.de (Hinterlegung an der Abendkasse ab 18 Uhr)
Green City Energy GmbH
Das Unternehmen mit Sitz in München wurde im Mai 2005 als 100-prozentige Tochter der größten Münchener Umweltschutzorganisation Green City e.V. gegründet. Das Unternehmen steht für den Umbau der Energieversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien. Alle Projekte, Dienstleistungen und Geldanlagen von Green City Energy leisten einen wichtigen Beitrag für die Energiewende und sorgen für eine bürgernahe, preisstabile und klimafreundliche Energieversorgung. Seit dem damals weltgrößten Solarpark als Bürgerbeteiligungsmodell hat Green City Energy 17 Bürger-Energieparks mit einem Fondsvolumen von rund 50 Millionen € aufgelegt, so z.B. den Bio & Solar-Fonds I & II, den 3-Wetter-Fonds I, die Solarparks 2005 bis 2009 sowie die Solarparks Deutschland und Bayern und drei Genussscheine. Dadurch konnten Investitionen von rund 120 Millionen € in Erneuerbare Energieprojekte ermöglicht werden. Zur Energiedienstleistungssparte gehört neben der Planung, Finanzierung und Umsetzung von Erneuerbaren-Energie-Projekten auch die Kommunale Energieberatung. Für das Konzept des kommunalen Solarparks in Garching bei München wurde Green City Energy vom Verein Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. als Top 3 „Deutschlands nachhaltigste Initiative 2010“ ausgezeichnet. Außerdem wählte die Fach-Jury des Sustainability Congress in Bonn Green City Energy zum „Nachhaltigsten Unternehmen“ 2011. Ebenfalls im Jahr 2011 gewann das Konzept der solaren Lärmschutzwand – ein integriertes Energieprojekt von Green City Energy und Rau Lärmschutzsysteme – bei den EMEA SABRE Awards 2011 den Award für die beste Kampagne in der Kategorie „Real Estate and Construction“.
www.greencity-energy.de
GLS Bank
Die GLS Bank steht mit ihrer sozial-ökologischen Ausrichtung für die Verbindung von Sinn, Gewinn und Sicherheit. Ziel unserer Tätigkeit ist eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und unserer Lebensgrundlagen. Geld verstehen wir dabei als ein soziales Gestaltungsmittel.
In der ersten sozial-ökologischen Universalbank der Welt arbeiten die GLS Gemeinschaftsbank eG, die GLS Treuhand e.V. und die GLS Beteiligungs AG eng zusammen. Der Begriff Universal wirkt dabei in zwei Dimensionen. Zum einen, weil die GLS Bank den Kundinnen und Kunden ein umfassendes Angebot als Hausbank macht, und zum anderen, weil in unseren Angeboten die wesentlichen Qualitäten des Geldes, nämlich Zahlen, Leihen/Finanzieren und Stiften/Schenken abgebildet sind.
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein einmaliges Angebot an nachhaltigen Zahlungsverkehrsmöglichkeiten, Geldanlagen und Beteiligungsmöglichkeiten, zukunftsweisenden Finanzierungen und guten Ideen zu Stiften und Schenken aus einer Hand.
Heute steht die bundesweit an 7 Standorten (Hamburg, Berlin, Bochum, Frankfurt, Freiburg, Stuttgart, München) tätige GLS Bank für ein Bankgeschäft mit Sinn. Sie ist bekannt für Transparenz, Menschlichkeit und einen bewussten Umgang mit Geld. National und international arbeitet sie an der Stärkung eines zukunftsweisenden, fortschrittlichen Bankgeschäftes, in dessen Mittelpunkt der Mensch – und nicht das Geld – steht.
www.gls.de
2.9.2011
Wohin mit Handy, Hörgerät und Honigglas?
Wertstoffbörse im städtischen Gut Riem
Eine gute Gelegenheit Dinge, die scheinbar wertlos sind, umweltfreundlich los zu werden bietet die Wertstoffbörse des Umweltnetzes München-Ost am Sonntag, 18. September, während des Öko-Hoffestes im städtischen Gut Riem in der Isarlandstraße 1.
Hier können noch verwendbare Dinge, die recycelt oder sozialen bzw. ökologischen Zwecken zugeführt werden, am Stand vom Umweltnetz München-Ost in der Zeit von 10 bis 18 Uhr abgegeben werden. Gesammelt werden: Briefmarken, Brillen, CDs und DVDs, Eierschachteln, Energiesparlampen, Handwerkszeug, Handys, Honiggläser, Hörgeräte, Kerzen- und Wachsreste, Korken, Kurzwaren (Näh- und Strickzubehör), Münzen, Orthopädische Hilfsmittel (Prothesen, etc.), Rollstühle und Gehhilfen, Stoff-, Woll- und Lederreste, Telefonkarten, leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen.
Wer diesen Termin nicht nutzen kann, hat die Möglichkeit, seine Wertstoffe am 15. Oktober zwischen 13 und 17 Uhr bei der Wertstoffbörse im Michaeli-Gymnasium in Berg am Laim, Hachinger-Bach-Straße 25, abzugeben.
Weitere Informationen zu den Wertstoffsammlungen und zum Umweltnetz München-Ost bekommt man auf den Internetseiten www.umweltnetz-muenchen-ost.de.
26.7.2011
"BioErleben München" am zweiten Septemberwochenende
Am 10. und 11. September findet das große Bio-Festival "BioErleben" im Rahmen des Streetlife Festival in der verkehrsberuhigten Münchner Innenstadt statt. Samstags von 16-23 Uhr und am Sonntag von 11-20 Uhr kann man auf dem Odeonsplatz nach Herzenslust staunen und probieren, was die Bio-Branche zu bieten hat.
Nach dem Motto "Biolandbau ist eine prima Alternative" präsentieren Bio-Landwirte und Verarbeiter auf dem BIOMarktplatz die Vielfalt des ökologischen Landbaus. Gerade über den Geschmack werden die Zusammenhänge zwischen umweltfreundlicher Landwirtschaft, artgerechter Tierhaltung und gesunden Lebensmitteln schnell klar.
Auf dem Campus BIOWissen liefern Verbände und Organisationen fundierte Informationen rund um den ökologischen Landbau und das Thema Ökologie. Eine "Besinnungs-Zone" fernab der Alltagshektik schafft die BIOVerwöhninsel Dort kann man/frau in aller Ruhe Biokosmetik- und Körperpflege-Produkte kennen lernen. Draußen gibt es Aktionen und Angebote für Kids auf dem BIOSpielplatz und dem BIOBauernhof.
Gleich neben dem BIOBiergarten gibt es auf der BIOBühne eine gute Mischung zwischen Unterhaltung und Information. Durch das Programm führte an beiden Tagen B3 Moderator Matthias Matuschik (Matuschke). Am Samstag abend spielt HIGH VOLTAGE frischen Rock'n' Roll. Noch viel mehr Kultur und Kleinkunst bietet "drumherum" das Streetlife Festival auf der Leopold- und Ludwigstraße.
Gemütliches Bummeln, lebendige Unterhaltung und die vielen herzhaften BIOSchmanckerln bieten die richtige Mischung für ein gelungenes (Familien-)Wochenende.
Veranstaltet wird "BioErleben" durch die Bio Service Team GmbH. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Ansprechpartner:
Paul Hofmann, 0821-34680-114, info@bioserviceteam.de
22.6.2011
Atomausstieg in die Verfassung!
Das Umweltinstitut München e.V. fordert den Atomausstieg in der Verfassung zu verankern.
Beteiligen Sie sich an der Onlineaktion!
Es hat keinen Sinn, jetzt einen All-Parteien-Konsens für den Ausstieg zu organisieren, wenn die Atom-Fans in den Parteien und die Atomkonzerne nur auf die nächste Chance zur Laufzeitverlängerung warten.
Das Umweltinstitut München e.V. will, dass die Atomenergiefrage in zukünftigen Wahlkämpfen nicht wieder zum Thema wird. Erfahrungsgemäß schwindet die Erinnerung an den Super-GAU schnell, wie wir nach Tschernobyl bedrückend deutlich beobachten konnten.
Bereits beim rot-grünen Atomausstieg haben wir gesehen, dass es nur einen Regierungswechsel braucht, um ihn - sogar gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung - wieder rückgängig zu machen. Durch die Aufnahme in die Verfassung soll verhindert werden, dass neue Mehrheiten den Ausstieg stoppen.
Deshalb:
- Atomtechnik ächten
- Atomsubventionen untersagen
- Atomexporte stoppen
- Atomstrom-Importe verbieten
- Weltweiten Atomausstieg voranbringen
Link zur Aktion: http://umweltinstitut.org/atomausstieg_in_verfassung
Auf jeden kommt es an!
Das Umweltinstitut München will seine unabhängigen Messungen ausbauen und mit dem Quantulus auch Plutonium und Strontium messen.
Bisher kann das Institut Lebensmittel und andere Proben mit seinem Gammaspektrometer nur auf Gammastrahler wie Cäsium oder Jod untersuchen.
Es will deshalb das Angebot des befreundeten Otto-Hug-Strahleninstituts annehmen und einen Quantulus zum Nachweis von Alpha- und Betastrahler kaufen.
35.000 Euro werden für den Kauf des Quantulus benötigt.
Unterstützten Sie den Kauf des Messgeräts mit Ihrer Spende!
500 Förderer mit monatlich 10 Euro Unterstützung gewährleisten den laufenden Betrieb.
Mehr Informationen:
umweltinstitut.org/radioaktivitat/messungen/kauf-eines-quantulus-877.html
19.04.2011
"Markt" im NDR Fernsehen: Energiesparlampen geben im Betrieb auch krebserregende Stoffe ab
Hamburg (ots) - Energiesparlampen können bei Betrieb giftige Stoffe abgeben. Das haben Recherchen des NDR Verbraucher und Wirtschaftsmagazins "Markt" ergeben. Eine Untersuchung von Energiesparlampen hat gezeigt, dass Lampen bei Betrieb Dämpfe freisetzen, die im Verdacht stehen, krebserzeugend zu sein, berichtete das Magazin am Montag, 18. April, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen. Bisher war bekannt, dass Energiesparlampen Quecksilber enthalten. Dies wird aber nur freigesetzt, wenn Lampen zerbrechen.
"Markt" hat in einer Stichprobe Energiesparlampen unterschiedlicher Hersteller in einem zertifizierten Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Alle enthalten deutlich messbare Mengen an Phenol, einem Stoff, der im Verdacht steht, krebserzeugend zu sein. Und nicht nur das: In den getesteten Energiesparlampen steckt ein ganzer Cocktail an giftigen Stoffen. Der vereidigte Sachverständige für Innenraumschadstoffe, Peter Braun, bestätigte gegenüber "Markt", dass diese Stoffe die Raumluft belasten können: "Besonders bedenklich ist, dass alle untersuchten Lampen im Betrieb krebserzeugende Substanzen ausgasen, und das gilt ausgerechnet für die Stoffe, die wir in den höchsten Konzentrationen gefunden haben."
Ein Hersteller hat auf die Recherchen von "Markt" bereits reagiert und angekündigt, "den Einbringungsweg der genannten Stoffe zurückzuverfolgen." Weiterhin gab er an, die Stoffe könnten "aus Klebstoffen und Einzelkomponenten der Lampe stammen". Ein anderer Hersteller teilte Markt mit, "dass weder die Art der Substanzen noch ihre Konzentration die festgelegten Grenzwerte überschreitet". Dazu der Sachverständige Peter Braun: "Gerade für solche krebserzeugenden Substanzen gilt aber das Minimierungsgebot, sie sollten also möglichst vollständig aus der Umgebung des Menschen verschwinden. Grund dafür ist, dass auch geringste Mengen dieser Stoffe das Risiko erhöhen können, an Krebs zu erkranken."
NDR Norddeutscher Rundfunk
http://www.ndr.de/markt
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/markt/wohnen_energie/ energiesparlampen119.html
19. April 2011
Petition gegen Agro-Gentechnik erfolgreich: über 65.000 Stimmen für Zulassungs-Stopp von Genpflanzen
Über 65.000 Bürgerinnen und Bürger haben die Petition gegen Agro-Gentechnik des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in den letzten drei Wochen gezeichnet. Damit ist die Petition, die ein Zulassungs-Moratorium für Gen-Pflanzen fordert, die erfolgreichste öffentliche Petition gegen Agro-Gentechnik in Deutschland und eine von den wenigen Petitionen, die seit 2005 mindestens 50.000 Unterstützer gewinnen konnten. Mit diesem Ergebnis erfüllt sie die Voraussetzungen für eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Hauptkritikpunkt der Gentechnik-Gegner ist die mangelhafte und unzureichende Zulassungspraxis von Gen-Pflanzen in der EU. "Der große Zuspruch zeigt, dass die Menschen keine weitere Risiko-Technologie wollen, bei der uns Agrar-Industrie und Politik heute erzählen, sie sei sicher und nötig für den Fortschritt", so Felix Prinz zu Löwenstein, Petent und Vorstandsvorsitzender des BÖLW.
Die Kritikpunkte der Petition wird Felix Prinz zu Löwenstein bei der öffentlichen Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages persönlich vortragen und mit den Politikern diskutieren. Löwenstein kritisiert, dass die zuständige Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine unabhängigen Untersuchungen in Auftrag gebe. Sie prüfe lediglich die von der Agro-Industrie selbst durchgeführten Studien. Zudem fehlten aussagekräftige, unabhängige Langzeituntersuchungen: "Brüssel und die Bundesregierung wollen Gen-Pflanzen auf unsere Felder bringen, die nicht ordentlich geprüft wurden", so der Petent. Der Termin für die Anhörung wird vom Petitionsausschuss bestimmt und steht aktuell noch nicht fest.
Jährlich werden 18.000 bis 19.000 Petitionen beim Deutschen Bundestag eingereicht. Im Jahr 2005 wurden die öffentlichen Petitionen eingeführt, die auch online gezeichnet werden können. Seitdem haben nur elf Petitionen in den ersten drei Wochen der Zeichnungsfrist die Anzahl von mindestens 50.000 Unterstützer erreicht, die im Normalfall entscheidend für eine öffentliche Anhörung sind. Die Petition des BÖLW gegen Agro-Gentechnik ist jetzt die zwölfte öffentliche Petition, die in dieser Frist genügend Mitzeichner gewinnen konnte.
Die Sammlung von Unterschriften für die Petition des BÖLW ist mit dem Erreichen der Anhörung noch nicht abgeschlossen: Noch bis zum 10. Mai, dem Ende der insgesamt sechswöchigen Zeichnungsfrist, kann die öffentliche Petition mit der Pet-ID 16941 und dem Titel "Zulassungsbegrenzung / regionales Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen" unterschrieben werden: Die Online-Zeichnung ist auf der Petitions-Website https://epetitionen.bundestag.de/ des Deutschen Bundestages möglich.
Die Petition des BÖLW wird von der Initiative Vielfalterleben unterstützt, die sich seit Jahresbeginn mit verschiedenen Aktionen gegen Agro-Gentechnik und für den Erhalt von Vielfalt einsetzt. Die Initiative wurde von Alnatura ins Leben gerufen und ist mit über 140 Partnern aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Lebensmittel-Erzeugung, -Verarbeitung und -Handel eines der bis dato größten Bündnisse gegen Agro-Gentechnik. Auf der Website der Initiative sind umfangreiche Informationen zu Agro-Gentechnik, über die Bedeutung von Vielfalt in der Natur und deren Bedrohung sowie eine Anleitung für das Zeichnen der Petition zu finden. Ebenso kann dort das Petitionsformular heruntergeladen werden, mit dem die Petition auch handschriftlich unterschrieben werden kann.
Weitere Informationen finden Sie auf der Kampagnenwebsite: http://www.vielfalterleben.info
29.03.2011
Ursache für Pestizidverunreinigung in Bio-Linsen aufgedeckt
Nach dem Fund von Rückständen des Pestizids Glyphosat in türkischen Bio-Linsen informierte der Zertifizierer IMO jetzt über die Ursachen der Verunreinigungen.
Nach einer Inspektion vor Ort kommt IMO zu dem Schluss, dass in den Lagerräumen von Tiryaki Agro Gida konventionelle und biologische Linsen unabsichtlich vermischt wurden. Eine absichtliche Verunreinigung würde keinen Sinn ergeben, da es starke Überschüsse bei der Bio-Linsen Produktion gibt, die konventionell vermarktet werden müssen.
Zuvor hatte IMO bei unangekündigten Besuchen auf Zulieferbetrieben verschiedene Proben gezogen und konnte jegliche Verunreinigung durch Glyphosat oder andere Pestizide seitens der Erzeuger ausschließen. Dagegen wiesen alle Proben konventioneller Linsen aus Kanada, die bei Teryaki gelagert wurde, Glyphosat-Rückstände zwischen vier und acht mg/kg auf.
Nach Erkenntnissen vom IMO sind die Vermischungen zum einen durch mangelnde Sorgfalt der Mitarbeiter und zum anderen durch schlecht schließende Siloklappen in den Lagerräumen zustande gekommen. Eine weitere Ursache könnte darin liegen, dass sowohl die Silos für konventionelle als auch die für biologische Ware über dasselbe Fördersystem befüllt werden.
Derzeit überprüft IMO Mitarbeiter und Abläufe bei Teryaki. Nach Abschluss der Untersuchungen soll den zuständigen Behörden ein umfassender Bericht überstellt werden. Eine weitere Expertengruppe prüft und und reorganisert Absprache mit IMO und den offiziellen Stellen die Abläufe im Unternehmen mit dem Ziel, die Trennung von Bio- und konventioneller Ware auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und das Personal entsprechend zu instruieren. Nach Anschluss der Maßnahmen erfolgt eine erneute Begutachtung durch IMO, die dann über die Bio-Zertifizierung von Teryaki neu entscheiden will.
Quelle: IMO
München, 29.3.2011
Fukushima Sushi: Zarter Kernschmelz an feiner Salzkruste
Umweltinstitut München e.V. fordert schnelles Handeln und ein Ende der Desinformation
Mit einem Hauch von Strahlung, serviert mit gekünstelter Demut und einer gehörigen Portion Zweckoptimismus und Dreistigkeit. Was uns da von der japanischen Regierung oder gar dem AKW Betreiber Tepco derzeit aufgetischt wird ist grotesk. Und sie werden nicht müde, uns neue beruhigende Formulierungen und Beschwichtigungen aufzutischen. Selbst Strahlenwerte, die bis vor Kurzem in der Umwelt unvorstellbar waren, sind höchstens mal für Säuglinge bedenklich. Die konkrete Bezeichnung für das Geschehen in Japan lautet: Multi-Super-GAU. Denn es betrifft bis zu vier Reaktorblöcke und in keinem sind die Vorgänge mit vorgesehenen Mitteln steuer- oder gar beherrschbar.
Die weltweite Atomlobby kämpft mit diesem finalen Lügengebäude gegen das drohende Aus der Atomkraft. Statt die Menschen im Umkreis des Reaktors so weit wie möglich und so schnell wie möglich zu evakuieren, wird die Ungefährlichkeit bis fast an den Rand der Reaktorsuppe betont. Wenn jemand verstrahlt wird, liegt das an seiner eigenen Vergesslichkeit geeignete Schutzkleidung zu tragen. Wer so mit den Menschen umgeht, die unter Einsatz ihres Lebens versuchen Schaden zu reduzieren, hat sich wirklich disqualifiziert. Die Aktionäre einer solchen Firma sollten nicht auf staatliche Hilfen oder gar unsere Solidarität hoffen dürfen.
Die Informationspolitik in Japan ist genau wie nach Tschernobyl in der Sowjetunion eine völliges Desaster. Atomkraft, gar Atomunfälle hebeln die Möglichkeiten einer freien unabhängigen Berichterstattung durch unabhängige Medien in freiheitlichen Demokratien aus.
Wir fordern, dass jetzt alles unternommen wird, die Bevölkerung vor der Strahlung zu schützen. Japan sollte das Angebot Russlands ernsthaft prüfen, Menschen dorthin umzusiedeln. Der russische Präsident wusste, als er zu Beginn der Katastrophe die Aufnahme in sein Land anbot , welche verheerende Verstrahlung so ein Unfall hat und dass dies im dicht besiedelten Japan zu Platzproblemen führen muss.
Die internationale Gemeinschaft muss jetzt im Sinne der Menschen zusammenstehen, denn hier geht es nicht um Decken und Zelte für ein paar Tage. Die Umgebung von Fukushima wird so unbewohnbar sein wie die Umgebung von Tschernobyl. Diese Wahrheit muss jetzt auch auf den Tisch, denn die Menschen warten sicher vergeblich auf eine Rückkehr in die bisherige Mini-Evakuierungszone. Im Gegenteil, die Evakuierungszone muss schnell ausgeweitet werden, um die Schäden für die Menschen zu reduzieren.
Die weltweite Atomwirtschaft und die wissenschaftlichen Einrichtungen müssen Japan helfen, die Folgen der atomare Katastrophe durch die Super-GAUs zu minimieren.
Jetzt gilt es, möglichst viel Radioaktivität in den Ruinen zu halten um nicht in die Luft, das Wasser, die Lebensmittel und letztendlich in die Menschen zu gelangen.
Wir brauchen eine weltweite Abkehr von dieser desaströsen Technologie, und eine Ökologisierung und Entmilitarisierung insbesondere des westlichen Lebensstils. Wir haben noch die Wahl, ob wir abschalten und Strom sparen oder auf den GAU warten und dann sparen. Die Japaner haben keine Wahl mehr.
Umweltinstitut München e.V.
www.umweltinstitut.org
hu@umweltinstitut.org
Senden, März 2011
Bio-Linsen mit Glyphosat-Rückständen
Gemeinsame Stellungnahme der namhaften deutschen Linsen-Verarbeiter und -Händler im Naturkostmarkt.
In Bio-Linsen aus der Türkei wurden Ende Februar 2011 Rückstände des Herbizids Glyphosat gefunden.
Vorsorglich wurde sofort nach Bekanntwerden der Belastungen ein Verkaufsstopp für alle Bio-Linsen aus der Türkei verhängt und die Ware vom Markt genommen. Verschiedene Chargen der Hülsenfrüchte des betroffenen Exporteurs wurden in die Laboranalyse gegeben. Der türkische Exporteur, die deutschen Importeure, die zuständigen Öko-Kontrollstellen und die deutschen Verarbeiter der Linsen klären zur Zeit intensiv, welche Partien betroffen sind und wie es zu den Verunreinigungen kommen konnte. Dazu läuft vor Ort in der Türkei eine breit angelegte Untersuchung, und es sind in großem Umfang Proben verschiedener Linsenpartien und Boden zur Untersuchung gegeben worden. Die Bundesanstalt für Landwirt¬schaft und Ernährung (BLE) hat die Vermarktungsgenehmigung für türkische Bio-Linsen ausgesetzt.
Glyphosat ist ein sogenanntes Totalherbizid. Es vernichtet alle Unkräuter und Gräser, die damit besprüht werden, und wird in der konventionellen Landwirtschaft breit verwendet. Im Bio-Landbau sind Totalherbizide selbstverständlich streng verboten. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht keine Gesundheitsgefahr durch den Verzehr eventuell betroffener Linsen oder Linsenprodukte. Der gesetzliche Glyphosat-Grenzwert für konventionelle Linsen beträgt 0,1 mg/kg. In einigen Linsenpartien wurden zwar höhere Rückstände nachgewiesen, die duldbare tägliche Aufnahmemenge (der nach strengen wissenschaftlichen Kriterien unter Vorsorgeaspekten festgelegte so genannte ADI-Wert, acceptable daily intake) wird aber dennoch nicht überschritten.
Davert GmbH
48308 Senden
www.davert.de
Berlin, 15. März 2011
Erneuerbare Energien können Atomkraft in Deutschland schnell ersetzen
Bis zum Jahr 2020 können die Erneuerbaren Energien bereits 47 Prozent der deutschen Stromversorgung sichern. Damit würden sie einen Atomausstieg wie er bis vor kurzem gesetzlich verankert war nicht nur vollständig kompensieren, sondern auch darüber hinaus bezahlbaren und umweltverträglichen Strom liefern. Die Versorgungssicherheit ist dabei auch mit hohen Anteilen Erneuerbarer Energien zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
„Deutschland kann die Nutzung der Atomenergie schnell beenden, ohne dadurch von Stromimporten aus den Nachbarländern abhängig zu werden. Im Gegenteil: Im Jahr 2007 standen beispielsweise bis zu sechs Reaktoren still. Trotzdem hatte Deutschland in dieser Zeit die höchsten Strom-Exportüberschüsse in der Geschichte des Landes“, erläutert BEE-Präsident Dietmar Schütz. „Deshalb könnten mindestens die sieben ältesten Meiler sofort vom Netz gehen, ohne dass es zu Versorgungsengpässen kommt.“
Auch frühere Monitoringberichte des Bundeswirtschaftsministeriums sowie die regelmäßigen Prognosen und Berichte der systemverantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber haben bestätigt: Deutschland wäre auch nach einem Atomausstieg immer noch Stromexporteur.
„Wenn die Bundesregierung es wirklich ernst meint mit einem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien, muss sie die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke dauerhaft zurücknehmen und nicht nur für drei Monate“, fordert Schütz. „Sie sind keine Brücke, sondern ein ernsthaftes Hindernis für den notwendigen Umbau unseres Energiesystems.“ Erst kürzlich habe das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut gezeigt, dass Laufzeitverlängerungen die Wettbewerbsfähigkeit der Erneuerbaren gegenüber den fossilen Energien um rund 16 Jahre verzögern.
Wie Deutschland ohne Atomkraft die Versorgungssicherheit gewährleisten kann, haben zuletzt die aktuelle Leitstudie des Bundesumweltministeriums und zuvor das Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen gezeigt. Dabei verlief der Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Vergangenheit sogar schneller als beide Studien annehmen.
„Statt Atomkraftwerken brauchen wir regenerative Kombikraftwerke. Dies haben wir der Bundeskanzlerin bereits vor fünf Jahren angeboten“, so Schütz. Mit dem Zusammenschalten verschiedener Erneuerbarer Energien Anlagen zu einem Regenerativen Kombikraftwerk hatte die Branche der Erneuerbaren Energien demonstriert, dass eine vollständige Stromversorgung Deutschlands mit Erneuerbaren Energien ohne die Risikotechnologie Atomkraft möglich ist. „Bislang gibt es leider kein Instrument zum Ausbau solcher Kombikraftwerke – obwohl dies im Koalitionsvertrag und im Energiekonzept der Bundesregierung angekündigt wurde“, sagte Schütz.
Ronald Heinemann
Referent für Medien und Politik
E-Mail: ronald.heinemann@bee-ev.de
Internet: www.bee-ev.de
München, 12. März 2011
Umweltinstitut München fordert Abschaltung der Atomkraftwerke
Katastrophe in Japan zeigt: Atomkraft ist nicht beherrschbar
Obgleich noch nicht offiziell bestätigt, scheint im japanischen Atomkraftwerk (AKW) Fukushima der Kern zu schmelzen. Alle Versuche, den Reaktor unter Kontrolle zu bekommen, sind gescheitert. Das Umweltinstitut München kritisiert auf's Schärfste, dass die Informationen wie bei der Tschernobyl-Katastrophe nur scheibchenweise herausgegeben werden, obgleich die Fakten eindeutig auf einen GAU hinweisen.
Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München: "Nach Tschernobyl hat man die desolate Informationspolitik auf den Eisernen Vorhang geschoben. Diesmal passiert die Katastrophe in einem hoch industrialisierten Land mit vergleichsweise hoher Sicherheitskultur. Sogar die Internationale Atomenergie Behörde (IAEA) bemängelt, dass Betreiber und Regierung ihrer Informationspflicht nicht nachkommen".
Gemäß derzeitigem Wissensstand fiel nach dem Erdbeben und dem Tsunami der Strom und in Folge die Kühlung im Reaktor aus. Eine Explosion zerstörte das Reaktorgebäude. Radioaktivität wurde freigesetzt. "Wer jetzt wieder behauptet, dass so ein Unfall in Deutschland nicht passieren kann, vergisst, dass zum Beispiel die Atomkraftwerke in Biblis nicht gegen das sogenannte Bemessungserdbeben, das für diese Region zu erwartende Erdbeben, ausgelegt sind und keines der deutschen AKWs dem Absturz eines großen Verkehrsflugzeugs standhält," sagt Karin Wurzbacher, Physikerin am Umweltinstitut München. Insbesondere bei den älteren AKWs mit dünnem Containment sei dann mit einem Gau zu rechnen, so Wurzbacher.
Dass Radioaktivität freigesetzt wurde, ist unbestritten, eine Evakuierung im Umkreis von 20 km spricht für sich. Derzeit wird die radioaktive Wolke vom Wind auf´s Meer getrieben. Dass diese Europa erreicht, ist eher unwahrscheinlich. Wir weisen deshalb daraufhin, dass in Deutschland derzeit keine erhöhte Radioaktivität zu erwarten ist und folglich auch keine Maßnahmen erforderlich sind. Anders sieht es jedoch in Zukunft mit Importlebensmitteln aus der betroffenen Region aus. Hier sind strenge Kontrollen unerlässlich.
Das Umweltinstitut München überwacht die Münchner Außenluft rund um die Uhr auf ihren Radioaktivitätsgehalt. Sollte die Radioaktivität wider Erwarten bei uns ansteigen, werden wir unverzüglich darüber informieren.
Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Atomkraftwerke nicht beherrschbar sind. Deshalb fordern wir den Ausstieg aus der Atomkraft und die Energiewende voranzutreiben. 60.000 Menschen haben heute in Baden Württemberg eindrucksvoll mit einer Menschenkette zwischen Neckarwestheim und Stuttgart gegen den Weiterbetrieb der AKWs protestiert.
Umweltinstitut München e.V.
www.umweltinstitut.org
01.03.2011
Sinkender Gentechnik-Anbau in Europa
Anlässlich der jährlichen veröffentlichten Zahlen des International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications (ISAAA), das von der Gentechnik-Industrie finanziert wird, stellte Friends of the Earth Europe (FoE) ihren neuen Bericht „Who benefits from GM crops“ vor.
Dem von der Gentechnik-Lobby gefeierten Bericht, nach denen der Anbau von Gentechnik-Pflanzen weltweit steigt und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit liefert, stellt der FoE andere Fakten entgegen. Demnach sind die Auswirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen gravierend, mit denen vor allem die Bevölkerung Südamerikas leben muss. Neue Untersuchungen aus Argentinien zeigen, wie gesundheitsschädlich das Spritzmittel Glyphosat ist, das beim Anbau des Großteils der Gentechnik-Pflanzen verwendet wird. Daher wurde dort mittlerweile in einigen Gebieten das Ausbringen des Pestizids in der Nähe von Wohngebieten verboten. Brasiliens Regierung hat bereits ein Programm für gentechnikfreie Soja gestartet, um Landwirten den Zugang zu gentechnikfreiem Saatgut zu ermöglichen. Um das Geschäft mit der Agro-Gentechnik zu sichern, sucht die Biotech-Industrie mit Hilfe der US-Regierung nach immer neuen Märkten in Afrika. Gleichzeitig geht der Anbau in Europa seit Jahren zurück, er beträgt nur noch 0,06 % der europäischen Anbaufläche. Selbst in Spanien, dem Hauptanbaugebiet von Gentechnik-Mais in Europa, wurden 2010 im Vergleich zum Vorjahr 10% weniger Gentechnik-Pflanzen angebaut. Und der Widerstand wächst, denn Verbraucher und Landwirte stellen zunehmend fest, dass ihnen Agro-Gentechnik keinen Nutzen bringt, sondern im Gegenteil Risiken für die Umwelt und die Gesundheit bedeutet.
Karin Heinze
www.keine-gentechnik.de
Frankfurt, 23.2.2011
Kein Waffengeld bei Hess Natur!
Der Private-Equity-Fonds und Rüstungskonzern Carlyle plant eine Übernahme des Ökotextilunternehmens Hess-Natur. Doch die Kundinnen und Kunden von Hess-Natur sind politisch wache Menschen, die eine sozial und umweltverträgliche Produktion von Textilien fördern wollen und sich sicher nicht daran beteiligen werden, die Kassen eines Panzerbauers zu füllen. Auch Attac protestiert schon lange gegen das Geschäftsgebaren der Private Equity-Branche. Im Dezember, wenige Tage nach Bekanntwerden des Skandals, hat Attac eine Protestaktion bei der Hess Natur-Zentrale in Butzbach organisiert, an der sich spontan über 200 Menschen beteiligt haben und die eine bemerkenswerte Medienresonanz nach sich zog. Bei der zugehörigen Online- Unterschriftensammlung kann auch heute noch jede und jeder den Protest persönlich unterstützen! Am 28. Februar werden die gesammelten Unterschriften bei einem großen Kongress an Carlyle übergeben werden.
Unterschriftenaktion und weitere Infos: www.attac.de/carlyle-stoppen
Attac organisiert aber nicht nur Boykottdrohungen aufgebrachter KundInnen, sondern entwickelte in Kooperation mit dem Netzwerk Solidarische Ökonomie ein genossenschaftliches Alternativkonzept. Auch der Betriebsrat von Hess Natur setzt nun auf die Weiterführung des Modeversenders in Form einer Kooperative aus MitarbeiterInnen, KundInnen und ethischen InvestorInnen wie z.B. LieferantInnen. Die demokratische Fortführung würde vor zukünftigen Übernahmen schützen und erweitert damit überzeugend die Firmenphilosophie eines öko-fairen Vorreiterbetriebs. Gemeinsam können wir die Genossenschaft stark machen! Die Genossenschaft wird in Kürze offiziell gegründet und wird dann Genossenschaftsanteile verkaufen. Schon jetzt haben 560 Personen ihr Interesse angemeldet. Wir freuen uns über viele UnterstützerInnen!
Mehr Informationen: www.hngeno.de
Mammendorf, 10. 2. 2011
Prämierung der besten Erzeuger der Ökoring Handels GmbH - großes Engagement für die Bio-Branche
Zum zweiten Mal in Folge prämierte der Naturkostgroßhandel Ökoring Handels GmbH am 20. Januar 2011 die fünf besten Erzeuger des Jahres 2010 im Biohotel Hörger in Hohenbercha.
Seit 2009 prämiert die Ökoring Handels GmbH mit Sitz in Mammendorf die ‚besten ökologischen Erzeugerbetriebe‘ Bayerns. Mit der Prämierung honoriert der innovative Naturkostgroßhandel bäuerliche und gärtnerische Zulieferer, die sich mit großem Engagement weit über die üblichen Richtlinien des ökologischen Landbaus hinaus profilieren und aktiv die Weiterentwicklung des modernen Öko-Marktes prägen. Robert Dax, Geschäftsführer der Ökoring GmbH bemerkt: „Das Augenmerk liegt vor allem auf Produktqualität, Kreisläufe und Zusammenhänge zwischen Produktion, Natur, Handel und sozialen Komponenten. Mit der Prämierung arbeiten wir eng mit unseren Partnern zusammen und stellen uns gemeinsam den Entwicklungsthemen der modernen Öko-Branche.“ Der Ökoring geht einen Schritt voran und überreicht den Teilnehmern einen Beratungswertscheck im Wert von 250 € um die betriebliche Weiterentwicklung zu unterstützen und zu fördern.
Doch wer sind die Besten 2010?
Von insgesamt 15 angemeldeten Betrieben wurden folgende fünf prämiert:
Gärtnerei Hecker, Gärtnerei Scharnagel, Gärtnerei Obergrashof Jacobs & Stinshoff GbR, Öko-Obst Blank GbR sowie die Imkerei Oswald. Die Betriebe freuten sich über diese Auszeichnung und konnten sich bei der gemeinsamen Feier und ökologischem Abendessen kennen lernen.
Eine unabhängige siebenköpfige Experten-Jury aus verschiedenen Interessens-und Kompetenzbereichen der Bio-Branche begleitet dieses Projekt und ist begeistert. Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel e.V. bringt es auf den Punkt: „Unser Ziel ist es, die Erzeugung hochwertiger und geschmackvoller Lebensmittel zu fördern und gleichzeitig ökologische, nachhaltige sowie sozial wertvolle Konzepte zu unterstützen.“
Bis 12. März 2011 können sich Erzeugerbetriebe für die Prämierung 2011 anmelden. Die Anmeldung ist erhältlich über info@kugler-rosenberger.de beim Projektpartner Kugler & Rosenberger, Unternehmens-und Personalberatung für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen.
Projekt-Initiator und -Finanzierung:
Ökoring Handels GmbH, Dieselstr. 9, 82291 Mammendorf
Projektleitung und Durchführung:
Kugler & Rosenberger GbR, Fischbacher Straße 1, 90518 Altdorf
München, 1. Feb. 2011
E10 Boykott - Agrosprit schadet Mensch und Klima
Ab Februar 2011 wird ein Großteil der Tankstellen in Deutschland den neuen Agro-Kraftstoff E10 anbieten. Das Umweltinstitut München ruft alle Autofahrer dazu auf, E10 zu boykottieren.
E10 besteht zu 90 Prozent aus Benzin und zu 10 Prozent aus Ethanol, einem Alkohol aus pflanzlichen Rohstoffen, wie Rüben, Getreide oder Zuckerrohr. Das "Bio"benzin soll CO2-Emissionen reduzieren. Doch Agrosprit ist kein Klimaretter, sondern verursacht Hunger und zerstört natürliche Ökosysteme. Die angebliche Nachhaltigkeits-Zertifizierung von Agrokraftstoffen ist eine Mogelpackung und dient dem Greenwashing der Auto-, Agro- und Ölindustrie.
Boykottieren Sie E10 und rufen Sie Menschen in Ihrer Umgebung dazu auf! Sie erkennen den neuen Agrosprit an der Bezeichnung „Normal E10“, „Super E10“ oder Super Plus E10“ auf den Zapfpistolen beziehungsweise den Zapfsäulen. Kaufen Sie dieses Benzin nicht und stattdessen Benzin mit der Bezeichnung „Super“, welches „nur“ die gesetzlich vorgeschriebenen fünf Prozent Ethanol enthält.
Oder noch besser: Lassen Sie Ihr Auto einfach öfter mal stehen!
Weitere Informationen zu E10 finden Sie hier.
Genauso wie die vermeintlichen Klimaretter Atomkraft und CO2-Speicherung ist Agrosprit der Versuch, eine nicht nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise zu erhalten. Wir kämpfen daher dafür, dass Agrosprit, aber auch Atomkraft und CCS als die falschen Freunde des Klimaschutzes demaskiert werden.
Umweltinstitut München e.V.
Verein zur Erforschung und Verminderung der Umweltbelastung
Landwehrstr. 64 a
80336 München
Tel.: (089) 30 77 49-0
E-Mail: info@umweltinstitut.org
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Berlin, 28. Januar 2011
Erneuerbare Energien nicht verantwortlich für massive Strompreiserhöhungen
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) weist die in der Öffentlichkeit erneut angeführte Begründung zurück, die Erneuerbaren Energien seien Schuld an den ständigen Strompreiserhöhungen.
BEE-Präsident Dietmar Schütz: „Dass die Erneuerbaren ständig als Deckmantel für die massive Preistreiberei vieler Energieversorger missbraucht werden, ist schlichtweg falsch und dazu unseriös.“
Erst kürzlich habe die Bundesnetzagentur klargestellt, dass der erfolgreiche Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht zur Begründung für drastische Strompreiserhöhungen taugt. Im Gegenteil: „Die Großhandelspreise für Strom sind in den letzten zwei Jahren um teilweise mehr als die Hälfte gesunken. Auch die Netzkosten gingen in den vergangenen Jahren deutlich runter. Doch nichts von dem wird an die Haushaltskunden weitergegeben“, kritisiert Schütz das Gebaren vieler Energieversorger.
Mehr noch: Die Untersuchungen der Bundesnetzagentur hätten deutlich gezeigt, dass viele Energieversorger ihre Strompreise in diesem Jahr senken könnten – trotz gestiegener EEG-Umlage, so Schütz.
Die zunehmende Menge an Erneuerbaren Energien bewirkt zudem sinkende Börsenstrompreise, weil nach und nach teuere Kraftwerke vom Markt gedrängt werden. „Während die Industrie bereits heute von den sinkenden Großhandelspreisen für Strom profitiert, dürfen private Stromkunden jedes Jahr aufs Neue für das überzogene Gewinnstreben vieler Energiekonzerne ihr Portemonnaie leeren“, sagte Schütz.
Zum Vergleich: In den Jahren 2000 bis 2010 stieg der monatliche Beitrag, mit dem ein durchschnittlicher Haushalt den Ausbau Erneuerbarer Energien fördert, um rund fünf Euro an. Die monatliche Stromrechnung stieg im gleichen Zeitraum um etwa 30 Euro – also sechs Mal soviel.
Keine wundersame Vermehrung von Bioeiern
Der aktuelle Engpass bei Bio-Eiern ist für manche Verbraucher ärgerlich und nicht verständlich. Wenn man jedoch die hohen Anforderungen an die Biohaltung und den Werdegang einer Bio- Legehenne verfolgt, weiß man schnell, dass nicht von heute auf morgen die doppelte Menge Bio-Eier auf dem Markt sein können.
Als flauschige Bällchen kommen die Eintagsküken bei unseren Bauern oder den Bio-Aufzuchtbetrieben an und werden dort unter Wärmelampen gehalten. Vom ersten Tag an bekommen sie nun gutes Biofutter. Im Stall befinden sich von Anfang an bereits Sitzstangen zum Aufbaumen, denn dieser angeborene Instinkt, besonders die Nacht in erhöhter Position zu verbringen, ist schon für die ganz Kleinen wichtig. Ebenso das Sandbaden und ein großes Platzangebot, da bereits in diesem Alter die sozialen Ränge festgelegt werden. Dominanten Federträgerinnen müssen die rangniederen Tiere gut ausweichen können. Damit werden Aggressionen und das gefürchtete Federpicken vermieden.
Nach rund 21 Wochen ist aus dem Küken eine ausgewachsene Bio- Legehenne geworden, die nun im hellen Tageslichtstall fast jeden Tag ein Bio-Ei legt.
Aufwändige Umstellung
Da unsere Bio Legehennen nach den besonderen Richtlinien der Biohennen AG gehalten werden - z.B. mit einem deutlich höheren Platzangebot - müssen, um die Mengen zu erhöhen, neue Stallungen gebaut werden. Dies ist nicht nur mit erheblichen Kosten sondern auch mit einer langen Planungsphase sowie meist einer noch längeren Genehmigungsphase verbunden. Vom Entschluss eines Bauern bis zur ersten Lieferung vergehen im Durchschnitt 1,5 Jahre und er muss einen Betrag von mindestens 250.000 € investieren.
Verdoppelung unmöglich
Anfang Januar kamen die ersten Meldungen über Dioxin belastetes Futter in die Medien. Mitte Januar hat sich die Nachfrage nach unbelasteten Bioeiern mehr als verdoppelt. Bei sorgfältiger Biohaltung in geprüfter Bioqualität kann diese Nachfrage zur Zeit nicht gedeckt werden.
Die Biohennen AG ist eine Erzeugergemeinschaft von traditionell wirtschaftenden Bauern und hat mit ihrer Marke „Die Biohennen“ bundesweit den höchsten Standard in der Hühnerhaltung und Eierproduktion. In 26 bäuerlichen Familienbetrieben finden sich insgesamt über 100.000 Hühner in artgerechter Haltung (Stall – Wintergarten – Grünland). Die Betriebe sind unter www.diebiohennen.de/01betriebe/01betriebe.php einzusehen.
München, 21. Januar.2011
Gifte in unserer Nahrungskette - Wo bleibt die ökologische Agrarpolitik?
Die Verbraucher- und Umweltinitiative nahrungs-kette München setzt sich seit 10 Jahren für sichere und gesunde LEBENsmittel ein und leistet ehrenamtlich Verbraucheraufklärungsarbeit. Im Zuge des jüngsten Dioxin-Skandals fordert die nahrungs-kette Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft auf, Lebensmittelskandale an der Quelle zu bekämpfen.
„Es ist richtig und gut, verstärkte Lebens- und Futtermittelkontrollen durchzuführen und Täter zu bestrafen. Noch wichtiger und nachhaltiger ist es jedoch, die Herkunft der Gifte in der Nahrungskette genau zu analysieren und aus der (Um)Welt zu schaffen“, so Dr. Inci Sieber, Agraringenieurin und Gründerin der nahrungs-kette.
Der aktuelle Skandal sollte Verantwortliche und Verbraucher nicht davon ablenken, dass es neben Dioxinen und Polychlorierten Biphenylen (PCB) weitere Umweltkontaminanten gibt. Dazu gehören unter anderem Cadmium, Blei und Quecksilber. Fast alle dieser schädlichen Chemikalien stammen aus Industrie und Landwirtschaft. Gesundheitliche Schäden reichen von Nierenschädigung, Knochendemineralisierung, Lungen-, Blasen- und Brustkrebs (Cadmium), bis zu Schädigungen des Gehirns, Hormonhaushalts und Immunsystems.
Auch wenn diese Umweltgifte in fast allen Lebensmitteln vorzufinden sind, werden mit Cadmium und Blei zum Beispiel Vegetarier am meisten belastet, auch wenn sie aufgrund des fehlenden Fischkonsums weniger mit Quecksilber belastet sind.. Höchste Bleiaufnahme findet über Getränke wie Teegetränke und Wasser statt. Kinder und Jugendliche sind sowohl von Blei als auch von Dioxin mehr betroffen als Erwachsene. Dioxine werden am meisten über Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier aufgenommen. Hinzu kommt, dass neben diesen Giften noch Rückstände von Pestiziden in den Nahrungsmitteln enthalten sind, die den Menschen auch dann schaden, wenn deren Gehalt die festgelegten Höchstmengen nicht überschreitet. Es geht also um die Summe der verschiedenen chemischen Rückstände in verschiedenen Lebensmitteln; um den Giftcocktail, den wir täglich zu uns nehmen.
„Anstatt zuzulassen, dass die Nahrungsmittelkette weiterhin als Ort ungehinderter Entsorgung industrieller Abfälle missbraucht wird, sollte Deutschland eine führende Rolle im ökologischen Landbau und in der Produktion von sicheren und gesunden Lebensmitteln übernehmen. Wenn die landwirtschaftliche Forschung sich hingegen weiterhin auf Gewinnmaximierung konzentriert - ohne Rücksicht auf Erhaltung der natürlichen Ressourcen, Existenz der Bauern, Wohlergehen der Tiere und Konsumenten - sind weitere Lebensmittelskandale vorprogrammiert“, so Dr. Inci Sieber.
Die Forderungspunkte der nahrungs-kette sind:
- Ökologische Landwirtschaft mit regionalen Wirtschaftskreisläufen muss zur Selbstverständlichkeit werden (andere Subventionspolitik)
- Mehr Bezug zu Natur- und Umweltschutz von Seiten der konventionellen Landwirtschaft - Artgerechte Tierhaltung
- Transparenz und Ethik bei der Herstellung von Lebensmitteln sowie bei der Forschung
- Aufklärung über die Herkunft der Gifte in den Lebensmitteln sowie Verschärfung der Grenzwerte
- Nahrungsmittel sollen nicht in landschaftszerstörenden Agrarfabriken erzeugt werden
- Erhaltung und Stärkung bäuerlicher Strukturen für eine Bereicherung von Landschaft und Tourismus
- Handlungsempfehlungen und Aufklärung der Verbraucher über die Gifte
- Verbesserung des Verbraucherinformationsgesetzes zugunsten der Verbraucher
Die nahrungs-kette unterstützte die Demonstration „Wir haben es satt“ am 22. Januar in Berlin.
Die ehrenamtliche Initiative nahrungs-kette, die sich unter der Schirmherrschaft von Edith von Welser-Ude für sichere und gesunde LEBENsmittel einsetzt, wurde vor 10 Jahren aufgrund des BSE-Skandals gegründet und leistet seitdem Verbraucheraufklärungsarbeit.
Dr. Inci Sieber
Näheres unter www.nahrungs-kette.de
Straubing, 14. Januar 2011
Leserbrief zum Artikel „Es besteht kein Grund zur Panik“ im Straubinger Tagblatt vom 11.01.11
Es besteht wirklich kein Grund zur Entwarnung - Bio-Landwirtschaft als einziger Ausweg
Dass die Leiterin des Ernährungsreferates der Verbraucherzentrale Bayern „keinen Grund zur Panik“ sieht, weil „nur in einer kleinen Charge von 22000 Eiern ganz geringe Mengen des gefährlichen Stoffes [Dioxine] festgestellt wurden und das auch nur bei weiterverarbeiteten und nicht bei Schaleneiern“, stimmt schon sehr bedenklich. Aufgedeckt wurde ein Fall von Futtermittelgepansche in der industriellen Massentierhaltung, Futter- und Nahrungsmittelindustrie, einer unter vielen nie entdeckten Fällen. Und dass ein Grossteil der Dioxin-Eier nicht mit der Schale in einer Schachtel im Regal angeboten wird, sondern weiterverarbeitet versteckt in Nudeln, Kuchen, Mayonaise und anderen Fertigprodukten aus der konventionellen Nahrungsmittelindustrie oder aus Bäckereien die sich etwa mit Massenhaltungs-Flüssigeiern oder deren Bestandteilen beliefern lassen.
Einziger Ausweg ist die Umstellung auf eine Bio-Landwirtschaft, die achtsam mit den Naturgütern Wasser und Boden sowie mit den Lebewesen bzw. Geschöpfen umgeht. Mit den Nutztieren und mit den Menschen, deren Gesundheit sie vor schädlichen Einwirkungen schützt durch Verzicht auf Chemikalien/Pestizide, gentechnisch veränderte Organismen und Futtermittel aus industriellen Abfällen. Nachdem die kontrolliert biologische Landwirtschaft die gesundheits-, klima- und umweltverträglichste Form des Landbaus und der Erzeugung von Lebensmitteln wie auch von allem anderen nachwachsenden Rohstoffen darstellt, muss diese vor allen anderen gefördert werden. Dies gerade in volkswirtschaftlicher Hinsicht, um Folgeschäden an Klima, Boden, Grundwasser und tierischer wie menschlicher Gesundheit von vornherein zu vermeiden, was in jedem Fall günstiger kommt als nachträgliche Reparaturversuche mit ungewissem Ausgang. Dringend erforderlich dabei: das gezielte Angebot von Lebensmitteln und Getränken aus kontrolliert biologischer Erzeugung bei der Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kliniken, Schulen oder Kindergärten. Da haben Staat, Landkreise, Städte und Gemeinden die gesundheitliche Vorsorge- und Vorbildfunktion der öffentlichen Hand zu erfüllen. Das gilt insbesondere für die Schulverpflegung.
Den Weg der einzelnen privaten VerbraucherInnen in den Bioladen oder zumindest zu den Bio-Sortimenten des herkömmlichen Lebensmittelhandels müssen diese jeweils selber gehen. Aus Einsicht, dass sie damit etwas für den Tier-, Klima- und Umweltschutz gleichermassen wie für den Schutz der eigenen Gesundheit und ihr Wohlbefinden tun. Und dass sie nur auf diesem Weg dem Risiko vieler meist unaufgedeckter Belastungen entgehen, die mit der industriellen Massentierhaltung und Nahrungsmittelindustrie verbunden sind mit oft weiten und nicht nachzuvollziehenden Transportwegen von Futtermitteln oder auch Fleisch etwa aus Südamerika nach Deutschland und damit wiederum mit unnötigen Transportenergieverbrauch. Jede Vegetarierin und jeder Vegetarier, jede Bio-Kundin und jeder Bio-Kunde erspart nicht nur den Tieren entsprechendes Leiden, egal ob sie nach einem trostlosen tierungerechten Dasein zum Verzehr oder auf Grund sporadisch mal festgestellter Schadstoffbelastung zur „Entsorgung“ getötet werden. Sondern auch der Umwelt, denn weniger Fleischkonsum trägt zum Klimaschutz bei und ist gesundheitlich vorteilhaft . Biolandbau für mehr Lebensqualität.
Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen
Johann Meindorfer
Stellv. Kreisvorsitzender
Albrechtsgasse 3
94315 Straubing
12. Januar 2011
Buchtipp:
Mit Soja-Missbrauch ins Verderben
Die Wunderbohne Soja könnte uns ins Schwärmen bringen. Weltweit wird sie massenhaft eingesetzt als Kraftfutter in der industriellen Tiermast, als Eiweißalternative für Vegetarier und Allergiker, als Sojamilch für Gesundheit und körperliche Fitness, als Wundermittel gegen Krebs und als Alternative zu Diesel-Treibstoff. Das Buch "Der Soja-Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät" von Norbert Suchanek ist geeignet, das Schwärmen für Soja in Entsetzen vor ihrem Missbrauch zu verwandeln. Wie alle Hülsenfrüchtler lebt auch Soja in Symbiose mit Wurzelknöllchenbakterien, die aus Luftstickstoff Stickstoffdünger herstellen und damit den Boden düngen. Was mehr könnte man von einer guten Ackerpflanze verlangen?
In Maßen genossen stellt Soja sicherlich ein gutes Lebens- und Futtermittel dar. Doch wie so oft ist es das Übermaß, das auch im Fall von Soja ins Verderben führt. Wie fortgeschritten dieses Verderben schon jetzt ist, zeigt uns Norbert Suchanek in seinem Buch "Der Soja-Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät". Obwohl kleinformatig (Oktavheftgröße) und nur 109 Seiten lang, rüttelt es auf wie ein Tsunami.
Der übermäßige Verbrauch von Soja hält vielfältige Schrecken für uns bereit. Der Autor nennt und begründet sie kurz und bündig: Soja gehört zu den sieben stärksten Allergenen; ein Drittel aller Kinder, die allergisch auf Milch oder Erdnüsse reagieren, reagieren allergisch auch auf Sojamilch. Phytoöstrogene aus Soja führen zu Fruchtbarkeitsstörungen, verringern die Libido und erhöhen das Brustkrebsrisiko. Zur Herstellung von Margarine werden aus Soja industrielle Transfette hergestellt, die Bluthochdruck, Herzinfarkt und Diabetes begünstigen. Ganz normales Gras enthält viel mehr Omega-3-Fettsäuren und weniger Omega-Fettsäuren als Soja, weshalb Milch und Fleisch von Weiderindern gesünder ist als von Rindern, die viel Soja fressen. Der Massenanbau von Soja in den USA und in Südamerika hat zur brutalen Verdrängung von bäuerlicher Landwirtschaft und in Südamerika außerdem zur massenhaften Vernichtung von Regenurwald und Savannen geführt. Gentechnik hat Sojapflanzen nur vorübergehend statt dauerhaft resistent gegen Schadinsekten oder gegen Pestizide gemacht, denn die riesigen Monokulturen von Gentech-Soja erwiesen sich als ideale Stätten für die Massenzucht von resistenten Schadinsekten, die mit immer mehr und immer giftigeren Pestiziden bekämpft werden. Darunter leiden die Wurzelknöllchenbakterien, so dass vermehrt Stickstoffdünger eingesetzt werden muss. Die hochwertigen Phosphatlagerstätten sind erschöpft, so dass jetzt auch Uran-haltiges Phosphat zur Sojadüngung eingesetzt wird und mit der Gülle auf die Felder gelangt, auch bei uns in Deutschland. Aus aktuellem Anlass wegen Dioxin im Futter kann angefügt werden, dass der Nachweis von Uran in der Nahrung, im Futter und im Ackerboden einen späteren Schock auslösen könnte.
Prof. Dr. Sievert Lorenzen - Vorsitzender von PROVIEH
Der Soja Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät.
von Norbert Suchanek
oekom verlag, September 2010, Preis: 8,95 €
ISBN-10: 3865812163, ISBN-13: 978-3865812162
Hamburg, 4. Januar 2011
Dioxine aus der Biodiesel-Raffinerie: Das Märchen vom sauberen Biosprit
Rettet den Regenwald fordert den sofortigen Ausstieg aus der Agroenergie
Der Skandal um Dioxin-verseuchte Futtermittel des Herstellers Harles & Jentzsch aus Uetersen wirft viele Fragen auf: Wie kann es sein, dass Industrieabfall aus der Biodieselproduktion zu Tierfutter verarbeitet wird? Warum dürfen solche giftigen Abfälle offensichtlich ohne ausreichende Kontrolle frei auf dem Markt verkauft werden, um am Ende über die Futtermittel- und Agrarindustrie auf dem Tisch der deutschen Verbraucher zu landen – in Eiern, Milch oder Fleisch? Und wieso fallen überhaupt beim Emdener Biodieselhersteller Petrotec tonnenweise Dioxin-verseuchte Mischfettsäure aus Palm-, Soja- und Rapsöl an?
„Seit Jahren versuchen uns Politiker und Industrie einzubläuen, dass „Biodiesel“ ein ökologischer Kraftstoff sei und bei dessen Verbrennung kaum mehr als Kohlendioxid freigesetzt wird“, sagt Klaus Schenck, Energiereferent des Vereins Rettet den Regenwald. „Die Realität ist: Agarsprit bedeutet katastrophale Umweltzerstörung, Regenwaldvernichtung, Tod und Vertreibung von Menschen und Tieren, die Vergiftung von Böden, Gewässern und Luft durch Pestizide, Abwässer und Emissionen – und nun auch giftige Dioxine. Das Märchen vom angeblich sauberen Agrarsprit muss endlich beendet werden.“
Jedes Jahr werden - angeblich um das Klima zu schützen - über die gesetzlich vorgeschriebenen Beimischungsquoten 3,5 Millionen Tonnen (2009, Quelle Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe FNR http://www.bio-kraftstoffe.info/kraftstoffe/) sogenannte „Biokraftstoffe“ an den deutschen Tankstellen verkauft. Die insgesamt etwa 45 Millionen Kraftfahrzeuge auf den deutschen Straßen verbrennen jährlich 2,5 Millionen Tonnen Biodiesel, 100.000 Tonnen reines Pflanzenöl und 900.000 Tonnen Ethanol – als Beimischung zum (herkömmlichen) fossilen Kraftstoff.
Außerdem werden mit Pflanzenöl als Brennstoff zirka 1.500 Blockheizkraftwerke in Kellern, Gewerbehöfen und Gärtnereien betrieben. Zum Teil mitten in Wohngebieten verbrennen zur Produktion von Strom und Heizwärme jährlich bis zu 450.000 Tonnen Palmöl – ohne besondere Auflagen, ohne spezielle Filtereinrichtungen und weitgehend ohne Kontrollen. Was dabei an Giften und schädlichen Emissionen aus den Schornsteinen ausgestoßen wird, überwachen die Behörden praktisch nicht.
Dabei haben Wissenschaftler längst nachgewiesen, dass große Mengen an Schadstoffen entstehen, wenn Agrardiesel und Ethanol in Fahrzeugen und Öfen verbrennen. Aus den Auspuffrohren werden diese dann in die Straßen- und Atemluft geblasen. Das Forscherteam um die Professorin Dr. Katharina Kohse-Höinghaus von der Universität Bielefeld (siehe http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/anie.201001648/abstract) weist dem Agrarsprit außerdem ein „stark Ozon bildendes Potenzial" und die Bildung „organischen Smogs" nach. Die Untersuchungen sollen dabei genau unter den Bedingungen stattfinden, wie sie in den Automotoren herrschen, und die dabei freigesetzten Emissionen werden mit jenen verglichen, die bei der Verbrennung von fossilem Diesel entstehen.
Auch Dioxin wurde in Biodiesel-Emissionen bereits in Kanada nachgewiesen (siehe http://gradworks.umi.com/MR/50/MR50880.html). Die Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Dioxinen für Menschen sind dabei enorm. Die in die Umwelt gelangten Gifte bauen sich nur sehr langsam ab und reichern sich im Gewebe von Tieren und Menschen an. In der Europäischen Union dürfen beispielsweise Eier höchstens drei Pikogramm (billionstel Gramm) Dioxin pro Gramm Fett enthalten.
Klaus Schenck
Rettet den Regenwald e. V.
Jupiterweg 15
22391 Hamburg
040 4103804
info@regenwald.org
http://www.regenwald.org
