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Bett

„Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute hoch heilige Paar…“ – so beginnt eines der bekanntesten Weihnachtslieder. Maria und Josef hatten jedoch nur eine heruntergekommene Scheune und etwas Heu. Sie hatten vergeblich eine Herberge gesucht. 2016 Jahre später gestaltet sich für viele Menschen die Suche nach einem ökologischen Bett als ähnlich schwierig.

Schließlich will man ja nicht in irgendeinem Bett liegen. Ein Mensch, der 80 Jahre alt ist, hat rund 24 Jahre nur mit Schlafen verbracht. Also sollten Bettgestell, Lattenrost, Matratze, Bezüge, Decken und Kissen hohen Ansprüchen genügen. Hier ein paar Tipps, wie man nicht nur gut sondern auch „ökologisch wertvoll“ schlafen kann – frei von Schadstoffen und störenden Einflüssen.

Metalle stören Erdmagnetfeld

Das Thema ist nicht neu. In einem Bett sollten laut Baubiologen keine Schrauben stecken. Metalle stören das natürliche Erdmagnetfeld. Sie ziehen elektrische Felder der Umgebung an, verbreiten sie und lassen die unmittelbare Elektrosmog-Belastung ansteigen. Das kann zu Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden führen. Ebenso sollten elektronische Geräte wie Fernseher, Computer oder Musikanlagen nicht in der Nähe des Bettes stehen. Ein Bettgestell aus schadstofffreiem Massivholz, das ohne Schrauben auskommt, wirkt positiv auf den Schlaf. Durch die Behandlung mit Öl entsteht zudem eine offenporige Oberfläche. Das wiederum sorgt für eine hohe Atmungsaktivität. Hierbei sollte man auf heimische Hölzer achten und zurückgreifen – wie Buche, Zirbe, Eiche, Kirsche oder Nussbaum.

Lattenrost: So wichtig wie die Matratze

Es gibt Lattenroste für gut zehn Euro, genauso aber auch die Luxusvariante für über 1.000 Euro. Diese haben dann spezielle Unterfederungen und bestehen aus sehr „hochwertigem Federholz“. Im Grunde braucht jedoch ein Lattenrost nicht viel, ist aber sehr wichtig. Denn das flache Ding unter der Matratze sorgt dafür, dass die guten Eigenschaften einer Naturmatratze in der Nacht so richtig zum Tragen kommen. Wichtig dabei: Der Lattenrost sollte einen stabilen Rahmen (biologisch verleimt!) haben, nicht rutschen, aus ökologischen Materialien hergestellt sein – und aus Holz bestehen. Das gilt auch für die Leisten. Die Holzoberflächen sollten nicht lackiert sein. Und auch hier natürlich keine Schrauben.

Klasse statt Masse bei der Matratze

Ökomatratzen, Biomatratzen, Naturmatratzen – die Auswahl ist groß und vielseitig. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Grundlegend stehen Matratzen mit dieser Bezeichnung jedoch dafür, dass sie aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen produziert sind. Entsprechend sollte die Herstellung umweltschonend und nachhaltig sein.
Außerdem gibt der Körper in der Nacht um die 0,5 Liter Schweiß ab. Dies sollte eine Matratze aufnehmen und wieder verdunsten lassen können. Naturlatex (Kautschuk), Kokos, Schurwolle und Baumwolle sind die üblichen Bio-Materialien. Sie überzeugen durch ihre natürlichen Eigenschaften wie eine hohe Atmungsaktivität und Verträglichkeit. Die anti-mikrobiellen Eigenschaften dieser Naturmaterialien werden von Menschen mit Allergien sehr geschätzt. Zudem verstecken sich keine Metalle in Öko-, Bio- oder Naturmatratzen – im Gegensatz zu Boxspringbetten oder Federkernmatratzen.
Naturlatex gilt dabei als ideales Material für orthopädische Matratzen. Denn das natürliche Latex ist weich, tragfähig und punktelastisch, kann sich an Körperform und Körpergewicht bestens anpassen. Es wirkt auf die Wirbelsäule sowie Hüft- und Schultergelenke sehr schonend. Die inneren Werte einer Matratze zählen – auch beim Wärmevermögen. Also: Wie gut kann sie die Körperwärme speichern? Merino, Kaschmir oder Kamelhaar halten Wärme naturgemäß besser als reine Naturlatexmatratzen. Wer es also etwas kuscheliger und wärmer mag, sollte da auf eine gute Mischung achten.

Kissen, Decken, Unterbetten

Auf Natur kommt es nicht nur bei der „Hardware“ an, gleiches gilt für die Software: Kissen, Decken, Unterbetten sowie Bettbezüge. Natürliche Eiweißfasern wie Wolle, Seide oder Rosshaar sind bei ausreichender Belüftung in der Lage die Schlacken, die bei der Regeneration des Körpers in der Nacht ausgeschieden werden, entsprechend aufzusaugen und wieder auszustoßen. Außerdem sorgen gerade Unterbetten für ein gutes Schlafklima. Wenn diese aus hochwertigem Naturmaterial wie Kamelflaumhaar, Hanf, Torf oder Schafschurwolle bestehen, unterstützen sie die Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung. Unterbetten lassen sich auch waschen und verstärken so den Schutz vor Allergien. Sie sorgen für Komfort, Hygiene und Gesundheit.

Darauf sollten Hausstaub-Allergiker achten

Das Schlafzimmer und alles rund ums Bett regelmäßig lüften. Kissen, Decken und Bettbezüge sollten bei 60 Grad waschbar sein. Aus hygienischen Gründen sollte eine Matratze nach spätestens zehn Jahren ausgetauscht werden, eine Bettdecke nach fünf Jahren, Bezüge und Kissen nach gut drei Jahren. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Schlafzimmer zwischen 40 bis 50 Prozent liegen, die Raumtemperatur zwischen 16 und 20 Grad Celsius. Vor dem Schlafen sollte man im Schlafzimmer stoßlüften – dadurch wird die verbrauchte Luft hinaus geblasen und frischer Sauerstoff erfüllt den Raum.

Noch ein Tipp

Der Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen (QUL e.V.) stellt seit 1994 Kriterien für die Standards von Naturmatratzen auf. Er ist heute eine der wesentlichen Instanzen zur Schadstoffprüfung von Matratzen und hat mit dem QUL-Naturlatex-Label ein eigenes Gütesiegel für höchste Verbrauchersicherheit ins Leben gerufen. Dem QUL gehören derzeit elf Matratzenhersteller sowie Latexlieferanten an. www.qul-ev.de

Sebastian Schulke