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Bettwäsche

Rund ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Doch fühlt er sich darin immer wohl? So wohl, dass er morgens ausgeruht und voller Tatendrang den Tag beginnen kann? Leider nein!

„Deutschland schläft schlecht …“ lautet der Titel des DAK Gesundheitsreports von 2017. So sind seit 2010 die Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent gestiegen. 80 Prozent der Erwerbstätigen klagen über schlechten Schlaf. Eine alarmierende Zahl. Denn nicht nur die Produktivität leidet wenn Menschen unausgeschlafen sind, sondern vor allem die Gesundheit. Daher sollte man Schlaflosigkeit nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich bereits bei den ersten Anzeichen Gedanken rund ums Bett machen.

Das A und O – eine gute Matratze

Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Eine Flut von Angeboten, auch biologisch, kann einen da schon verwirren. Der Preis ist in dem Fall auch kein Entscheidungskriterium, denn teuer heißt nicht gleich gut, das beweisen Tests von Stiftung Warentest und Ökotest. Diverse Öko-Siegel tragen ebenfalls nicht unbedingt zur Klarheit bei. Wer weiß schon, was GOTS certified oder das QUL Siegel bedeutet. – Das eine steht für biologische Textilqualität, wie auch ÖKO Tex, das andere ist der Verband für umweltverträgliche Latexmatratzen. – Unter label-online.de kann man nicht nur herausfinden, um welches Label es sich handelt, auch die Seriosität der Zertifizierung kann ein Stück weit überprüft werden. Doch wenn man nun weiß, dass Innenleben und Bezug der Matratze schadstofffrei sind, heißt das noch lange nicht, dass man auch gut darauf schlafen kann. Problemzonen, Gewicht, persönliche Schlafgewohnheiten sind ebenfalls wichtige Kriterien. Daher kann man nur empfehlen, in einem guten Fachgeschäft zu kaufen. Dort wird in der Regel die Möglichkeit des Probeliegens angeboten. Und zwar nicht nur ein paar Minuten im Geschäft, sondern im heimischen Bett für mehrere Tage. Doch was hilft eine gute Matratze, wenn das „drunter“ nicht passt. Und so kann es durchaus angebracht sein, auch noch in einen neuen Lattenrost zu investieren.

Der Trend – bunte Bettwäsche

Bereits in den 50er Jahren verabschiedete man sich vom einheitlichen Weiß im Bett. War es anfangs zartes Rose oder Bleu, wird heute ein Feuerwerk an Farben rund ums „Plumeau“ gezündet. Aus Design-Sicht ein erfreulicher Fortschritt, aus gesundheitlicher manchmal bedenklich. Denn einige Farben sind nicht nur bunt, und Oberflächenbehandlungen, zum Beispiel für Bügelleichtigkeit, nicht nur hausfrauenfreundlich. Ökotest fand neben Formaldehyd, halogenorganische Verbindungen und optische Aufheller in Bettwäsche namhafter Hersteller. Selbst wenn durch einen Waschgang Schadstoffe, die nicht fest mit der Faser verbunden sind, ausgewaschen werden, so gelangen sie doch mit dem Abwasser in die Umwelt. Und die mit Formaldehyd gewonnenen Bügelfrei-Ausrüstungen bleiben selbst nach vielen Wäschen erhalten. Hier kann man nur raten, Bettwäsche aus Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder auch Hanf, und mit Naturfarben gefärbt zu kaufen. Auch wenn es dann mal nicht so bunt und glatt zugeht.

Feng Shui – die richtige Platzwahl

Für manche ist Feng Shui ein wenig „Hokuspokus“ für Leute, die sonst nichts zu tun haben. Fakt ist allerding, dass viele „abgeklärte“ Menschen im Grunde anfällig sind für Strahlungen bzw. Raumeinflüsse, ohne dies wahrhaben zu wollen. Und die nach ein bisschen „Magie“ bzw. Beachtung einiger Grundzüge des Feng Shui deutlich besser schlafen. Das beginnt mit der Ausrichtung des Bettes. Das Kopfende sollte sich an einer festen Wand befinden, der Blick in den Raum gehen. Stellplätze zwischen Fenster und Türe sind zu meiden. Wenige, möglichst zusammenpassende Möbel und Ordnung bringen dem Schlafraum Harmonie, die sich auf die Schläfer überträgt. Ohne weiter auf Yin und Yang sowie die fünf Elemente einzugehen, ist schon mit diesen wenigen Überlegungen ein besseres Schlafklima zu erreichen. Eine weitere Rolle spielen Farben. Ein bisschen Grün in die weiße Wandfarbe hat bereits einen harmonisierenden Effekt. Wie überhaupt die Farbe Grün eine beruhigende Wirkung hat. Sie symbolisiert Ruhe, Glück, Geborgenheit. Auch Blautöne vermitteln Ruhe und Entspannung und sind für Bettwäsche wie Vorhänge gut geeignet. Für alle Farben gilt jedoch, dass sie nicht knallig auftreten dürfen, sondern soft und harmonisch. Dann kann man sich auch Farbtupfer in sonnigem Gelb oder warmem Orange im Schlafgemach erlauben.
Ein ebenso wichtiger Aspekt für ein gutes Schlafklima sind die Möbel. Klare Formen, volles Holz und wenig bis keine Oberflächenbehandlung sind hier die Stichworte. Moderne Schlafzimmermöbel aus ökologischer Fertigung erfüllen all diese Kriterien bis hin zu metallfreier Montage. Die Höhe der Betten sollte den individuellen Ansprüchen angepasst sein. So genannte Seniorenbetten mit einer Komforthöhe ab 45 cm sind schon lange nicht mehr nur für ältere Menschen sinnvoll. In Zeiten, da Rückenleiden zunehmen ist ein höheres Bett durchaus für jüngere Leute eine Alternative. Um die richtige Höhe für die eigene Körpergröße zu finden, setzt man sich auf das Bett, die Beine auf dem Boden und die Hände auf den Knien. Bilden die Knie nun einen 90° Winkel, so ist das die perfekte Höhe für ein Rückwirbel und Knie schonendes Aufstehen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Früher hieß es „Schäfchen zählen“ wenn man nicht einschlafen konnte. Vermittelt werden sollte damit, den Kopf frei von allen Gedanken zu machen, um sich so entspannt dem Schlaf überlassen zu können. Heute spricht man von mentaler Entspannung, autogenem Training und Meditation, um Einschlafstörungen zu therapieren. Aber bevor man sich mental entspannen kann, muss erst einmal das Umfeld stimmen. Gerade für Stadtbewohner nicht immer einfach. Die Lichtverschmutzung und der allgegenwärtige Verkehrslärm sind nur schwer auszublenden. Andere Schlafräuber sind jedoch dingfest zu machen. So zum Beispiel die Raumtemperatur. Nach Expertenmeinung liegt die ideale Schlaftemperatur zwischen 15 und 18 °C je nach eigenem Empfinden. Dass man bei 18,9°C im Schlaf abnimmt, wie eine amerikanische Studie behauptet, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Was aber mit Sicherheit stimmt ist, wenn die Raumtemperatur ideal ist und damit der Körper gut und tief ausruhen kann, dann wird man im Schlaf schön.
Den Schlaf negativ beeinflussen kann auch zu üppiges Essen am Abend. Wenn unsere komplizierte Verdauungsmaschinerie noch Stunden nach dem zu Bett gehen arbeiten muss, ist an eine Erholung nicht zu denken. Hungrig sollte man allerdings auch nicht schlafen gehen. Hier ist also der Mittelweg gefragt und der sieht für jeden Menschen etwas anders aus. Alkohol ist leider generell ein no go. Auch wenn anfänglich ein Absacker zu wohliger Müdigkeit verhilft und vielfach zu einem schnelleren Einschlafen, gefährdet er massiv das Durchschlafen. Zu diesen Schlafstörern gehört auch Stress in der Arbeit und mit dem Partner.
Nachdem leicht gesagt ist, dass man abends alles hinter sich lassen soll, ist bei massiven Schlafstörungen ärztliche Hilfe durchaus angesagt. Das heißt nicht, dass man sich vom Hausarzt nun einfach Pillen verschreiben lässt, sondern dass man mittels Schlaflabor auf Ursachensuche geht und mit einer Therapie zu einem gesunden Schlaf zurückfindet. Das dafür perfekt eingerichtete Schlafzimmer wird dabei helfen.


Elisabeth Schütze