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HanfSpatz

Alte Pflanze neu entdeckt

Die Chinesen waren wohl vor mehr als 2000 Jahren mit die Ersten, die die heilende Wirkung der Hanfpflanze gezielt einsetzten. Neben Reishi-Pilzen, Ginseng und vielen anderen wurde auch Cannabis als eines der 50 grundlegenden Kräuter bekannt. Mit der Wiederentdeckung der Traditionellen Chinesischen Medizin kam auch der Hanf wieder zu Ehren. Ein Superfood mit Mehrwert, das eine gesunde Ernährung vervollständigt.

 

Hanf – Superfood mit Mehrwert

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und eine der am vielfältigsten verwendbaren. Aus medizinischer Sicht wie auch aus ernährungsphysiologischer. Doch beginnen wir am Anfang: mit dem Anbau von Cannabis. Hanf ist der nächste Verwandte von Hopfen und wie dieser, eine recht robuste Pflanze, die besonders für den Bioanbau geeignet ist. Bei der Kultivierung von Speisehanf kann auf Kunstdünger, vor allem aber auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet werden. Daher ist er bestens geeignet für eine nachhaltige und regionale Kreislauf-Landwirtschaft. Allerdings ist die Anbaufläche in Deutschland mit rund 3600 ha (2019) noch sehr gering, so dass für viele Hanfprodukte der Grundstoff aus dem Ausland kommt. Durch die gestiegene Nachfrage befassen sich aktuell besonders Biolandwirte mit dem Thema, und so wird sich der Hanfanbau in den nächsten Jahren als weiteres Standbein für die Landwirtschaft entwickeln. Besonders pfiffigen Landwirten steht allerdings oft die Gesetzgebung im Weg. Hanf zum Selberpflücken – die Idee eines fränkischen Junglandwirtes – geht trotz regelkonformer Pflanzen mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent nicht.

Täglich Hanf

Hanfsamen enthalten ähnlich wie zum Beispiel Nüsse, Lein- und Sesamsamen hochwertiges Fett, Protein, Vitamine sowie Ballast- und Mineralstoffe. Der Proteinanteil liegt je nach Produkt zwischen 20 und 35 %. Hanfsamenöl enthält einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und für die Ernährung wertvolle Anteile an der essentiellen Fettsäure Linolsäure. Weiterhin ist das Öl reich an B-Vitaminen und Vitamin E, sowie den Mineralstoffen Calcium, Magnesium und Eisen. Hanfprotein ist leicht verdaulich und gut verwertbar und kann für einen vollwertigen Ersatz von tierischem Eiweiß angesehen werden. 100 g Hanfsamen decken nahezu den Tagesbedarf an Vitamin B1 und B2. Ein für Vegetarier und Veganer wichtiger Punkt. Darüber hinaus ist Hanf glutenfrei.

In erster Linie werden Hanfprodukte im Zusammenhang mit gesundheitlichen Aspekten gesehen. Ob Tee, Öl oder Tropfen. Der Inhaltsstoff CBD ist eine von 104 Cannabinoiden (chemische Verbindungen) der Cannabispflanze. Im Gegensatz zum bekanntesten Cannabinoid Tetrahydrocannabidiol (THC) wirkt CBD nicht berauschend. Es bietet hingegen verschiedene gesundheitliche und medizinische Vorteile, wie zum Beispiel Beruhigung der Nerven. Durch die entzündungshemmende Wirkung der Gamma-Linolen-Säure im Hanföl wird eine Linderung bei Erkrankungen wie Arthrose und Rheuma wie auch bei akuten Entzündungsprozessen erreicht.

Langsam behauptet Hanf auch wieder seinen Platz in der Küche. Als Superfood, oder einfach als gesundes Lebensmittel für den täglichen Gebrauch. Schon beim Frühstück darf es ein bisschen Hanf sein. Ob als fertig gemischtes Hanfmüsli oder mit Hanfsamen als Topping. Das mild-nussige Aroma des Hanföls passt hervorragend zu frischen Salaten. Brotaufstriche bekommen durch Hanföl eine besondere Note ebenso wie Suppen, Pestos oder Smoothies. Beachtet werden muss allerdings, dass die wichtigsten Inhaltsstoffe des Hanföls mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind, die bei Berührung mit hohen Temperaturen wie beim Braten oder Kochen ihre gute Wirkung verlieren. Hanföl also nie erhitzen, sondern kalt über die Speisen geben. Hanfmehl, da teilentölt, ist hingegen ein guter Partner für alle Backwerke. Leckere Muffins gelingen damit ebenso wie knusprige Kekse, oder Brötchen. Die bekannten „Wildbakers“, Jörg Schmidt und Johannes Hirth, experimentieren in Zusammenarbeit mit der Firma Hempro mit Hanfmehl. Man darf auf vielfältige Kreationen gespannt sein. Wer das verfolgen möchte, findet die beiden unter facebook.

Ein für Vegetarier und Veganer wichtiges Hanfprodukt ist das Hanfprotein. Hanfprotein enthält reichlich Vitamine, Aminosäure Fettsäure und Mineralstoffe. Für Personen, die unter Glutenunverträglichkeit leiden, ist es eine gute Alternative. Ob man es für so genannte Energiekugeln verwendet, oder ein Proteinbrot daraus bäckt (Rezept auf www.oelmuehle-solling.de), Hanfprotein ist gut verträglich und wird vom Körper aufgrund der hohen   >>

>> Bioverfügbarkeit leicht aufgenommen und verdaut. Ein weiteres Hanfprodukt kommt nicht nur Veganern entgegen. Die Hanfmilch ermöglicht auch laktoseinteroleranten Menschen einen feinen Milchkaffee.

Gutes hat seinen Preis

Auch wenn Hanf eine genügsame Pflanze ist, die während der Wachstumsphase kaum Aufmerksamkeit braucht, in der Verarbeitung fordert sie den Bauern wie den Produzenten. Da die Pflanze möglichst komplett genutzt werden soll – Samen und Faserstengel – sind geeignete Mähdrescher vonnöten. Die Festigkeit der Stengel lässt so manches Schneidwerkzeug an seine Grenzen kommen. Das Abernten eines Hanffeldes fordert einen hohen Zeitaufwand. Das Reinigen und Trocknen ebenfalls. Beim Ernten der Blätter für Hanftee sind eine Menge Arbeitsschritte, oft per Hand, nötig. Hinzu kommen alle Kontrollen und Laborprüfungen, damit wir Kunden Hanfprodukte unbeschwert konsumieren können.

Genießen wir also die Produkte der alten Heil- und Nahrungspflanze und freuen uns über ihre Neuentdeckung.

Elisabeth Schütze