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Cocktail-Spatz

Trendgetränke für den Sommer

 

„Hugo“ und sein alkoholfreies Pendant „Helga“ waren gestern. Wer in diesem Sommer IN sein will, schlürft einen „Switchel“, hat sich einen Vorrat für den täglichen „Shrub“ angelegt oder bestellt an der Bar ganz lässig einen „Gin Basil Smash“. Schon lange war man nicht mehr so probierfreudig, wenn es ums Mixen und Genießen geht. Der Früchtesegen in der warmen Jahreszeit beflügelt zusätzlich die Fantasie.

Wenn Ladenbetreiber zurzeit einen verstärkten Essigabsatz verzeichnen, ist das vermutlich weniger auf einen höheren Salatkonsum zurückzuführen. Vielmehr wird ein großer Teil dazu dienen, den Durst in diesem Sommer zu stillen. Essig trinken? Ja, genau! Foodies schwören auf selbstgemixte „Switchels“, in denen vor allem Apfelessig eine Hauptrolle spielt. Wie so oft kommt der neue Trend aus den USA, wo Farmarbeiter schon im 18. Jahrhundert Wasser mit Apfelessig, Ingwer und Zitrone aufgepeppt haben sollen, um sich nach getaner Arbeit gründlich zu erfrischen. Zum IN-Getränk wurde die Mischung, als sich alle Welt auf die Suche nach den besten Wegen zum Entschlacken und Entgiften machte. Indem er die entzündungshemmende Wirkung des Ingwers mit den pfundeschmelzenden Eigenschaften von Apfelessig und Zitrone kombinierte, schaffte es der „Haymakers Punch“ von einst auf die Hitliste gesundheitsorientierter Hipster und wurde zum neumodischen „Switchel“. Das Rezept des amerikanischen Gesundheitsgurus Dr. Axe ist denkbar einfach: Sechs Tassen Wasser werden dafür mit einer Tasse kleingeschnittenem Ingwer aufgekocht und nach dem Abkühlen mit einer halben Tasse Apfelessig und etwa ebenso viel Zitronensaft und Ahornsirup oder Honig verrührt. Wer mag, gibt noch Eiswürfel und Kräuter wie Minze oder Thymian hinzu.


Switchel, Shrub und Co.


Essig ist auch das Geheimnis eines so genannten „Shrubs“, der Wasser, Sekt, Gin oder Wodka in ultimative Trendgetränke verwandelt. Dabei handelt es sich um einen säuerlichen Sirup, für den man darüber hinaus nur noch Zucker und Lieblingsfrüchte benötigt. Die wandlungsfähige Mischung wurde angeblich schon vor Jahrhunderten entdeckt, als man im Orient Obst haltbar und Getränke leckerer machen wollte. Einmal angesetzt und ausreichend gereift, hält sie sich tatsächlich für mehrere Wochen – idealerweise jedoch im Kühlschrank. Gerade wenn im Garten jede Menge Beeren, Kirschen oder Pflaumen reif sind, ist der „Shrub“ eine gute Alternative zur Marmeladenherstellung. 500 g Obst werden dazu in sterilisierte Gläser oder Flaschen gefüllt. Dann lässt man 500 ml hellen Apfel-, Weißwein-, Himbeer- oder Kokosessig und 250 g Rohrohrzucker oder Honig sirupartig einkochen und etwas abkühlen. Diese Mischung gibt man über die Früchte und hat nach rund vier Wochen Wartezeit einen fertigen „Shrub“, den man nur noch abseihen und nach Belieben zum alkoholfreien oder höherprozentigen Sommerdrink mixen muss. Ein paar Stängel Kräuter sehen dekorativ darin aus und sorgen für zusätzliche Geschmacksnuancen.


Auch Gin ist wieder in


Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Ein gutes Rezept, ein neuer Name: Schon steht ein „Switchel“ oder ein „Shrub“ ganz oben auf der Getränkehitliste. „Gin Tonic“ musste allerdings nicht erst umfirmieren, um wieder aus dem Cocktailbuch von damals in die Top-10 der Bars von heute zu avancieren. Vielleicht ist der Grund, dass immer mehr kleine Bio-Destillerien den Wacholdergeist für sich entdecken und auf moderne Art erfrischend neu interpretieren. Mit ebendieser „Schnapsidee“ haben die beiden Jungunternehmer Daniel Schönecker und Maximilian Schauerte ein neues Münchner Nationalgetränk in Bio-Qualität kreiert. Ihr „The Duke Munich Dry Gin“ ist zwar noch nicht so berühmt wie das bayerische Bier. Aber er wird immerhin schon in den Sorten „Rough“ und „Wanderlust“ weit über die Weißwurstgrenze hinaus gehandelt und hat einen festen Platz im Spirituosenregal vieler Naturkostläden erobert. Allein auf der Website www.theduke-gin.de findet man sieben Versionen, wie man daraus einen „Gin Tonic“ mixen kann – mit Himbeeren und Basilikum zum Beispiel, mit Zitrone und Salbei oder sogar mit Earl Grey Tee und Orange. Verraten wird dort auch die Rezeptur für den „Gin Basil Smash“, den Jörg Meyer ursprünglich für seine Hamburger Bar Le Lion entwickelt hat. Nach einem Post in den sozialen Medien machte der Sommerdrink aus Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Basilikum weltweit Karriere.


Ohne Wasser geht es nicht


Mixgetränke und Cocktails sind im Sommer verlockend. Um den Durst zu löschen, ist und bleibt jedoch ein Getränk auf Platz 1: Wasser. Denn mal abgesehen davon, dass es an heißen Tagen wunderbar erfrischt, übernimmt es viele lebenswichtige Aufgaben im Körper. Dazu gehören der Transport von Nährstoffen oder der Abbau von Schlacken und Giftstoffen. Aber auch für die Regulation der Körpertemperatur und die Leistungsfähigkeit des Gehirns sind die empfohlenen eineinhalb bis zwei Liter pro Tag unverzichtbar. Genügend zu trinken kommt außerdem der Schönheit zugute: Wasser sammelt sich nämlich im Bindegewebe an, polstert Fältchen auf und sorgt für glatte Haut. Dabei ist es egal, ob es sich um stilles oder prickelndes Wasser handelt. Nicht egal ist allerdings, ob es aus dem Hahn oder aus der Flasche kommt. Leitungswasser ist heute nämlich oft belastet, während Mineralwasser strengen Kontrollen unterliegt. Besonders genau nimmt es die 2008 gegründete Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser. Nach ihren Richtlinien, die von Bioland, Demeter, Naturland, Biokreis und Bund Naturkost Naturwaren BNN unterstützt werden, sind inzwischen neun Mineralbrunnen-Betriebe in Deutschland zertifiziert. Da sie keine landwirtschaftlichen Erzeugnisse vertreiben, mussten sie für das Prädikat „Bio“ zunächst kämpfen. Zum Glück mit Erfolg: Schließlich handelt es sich bei Wasser um eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Indem sich die Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft unter anderem für den Ausbau des Öko-Landbaus engagieren, bewahren sie die letzten reinen Quellen für kommende Generationen.


Durstlöschen leicht gemacht


144,3 Liter Mineralwasser haben die Deutschen 2017 pro Kopf konsumiert. Zwar ist der Verbrauch damit um das Zwölffache gegenüber dem Jahr 1970 gestiegen. Dennoch trinken gerade ältere Menschen häufig viel zu wenig, weil ihnen das natürliche Durstempfinden abhandengekommen ist. Da der Körper zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser besteht und täglich etwa zwei Liter verliert, ist es jedoch lebenswichtig, entsprechende Mengen „nachzutanken“. Das gilt vor allem dann, wenn sich der Verbrauch durch Schwitzen im Sommer oder beim Sport zusätzlich erhöht. Ein Glas Wasser am Morgen ist schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung, deckt es doch bereits etwa ein Achtel des normalen Tagesbedarfs und kurbelt zudem Kreislauf und Verdauung an.
Ein gutes Ritual ist auch, sich für unterwegs eine Wasserflasche bereitzustellen, die je nach Gusto noch mit Minze, Zitronenmelisse, frischen Beeren, Zitronen- oder Gurkenscheiben aufgepeppt werden kann. Schöne Mehrweglösungen werden dafür in vielen Naturkostläden und Biosupermärkten angeboten. Zu Hause schaffen hübsche Gläser und Karaffen optische Anreize. Und auch ein Wechsel von Still zu Medium, Frizzante und wieder zurück macht das Trinken spannender. War es genug? Oder immer noch zu wenig? Genauen Aufschluss darüber gibt die Plose Trinkwoche: Auf dem handlichen Haftnotizblock, der über plose@kommunikationpur.de bestellt werden kann, wird einfach jedes getrunkene Glas durchgestrichen. Wer dann noch wasserhaltige Obst- und Gemüsesorten wie Erdbeeren, Melone und Gurke auf den sommerlichen Speiseplan setzt, ist garantiert auf der sicheren Seite.

Claudia Mattuschat