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Waschen, putzen und spülen kann nicht nur anstrengend, sondern auch ätzend sein – und das wortwörtlich, wenn die falschen Mittel zum Einsatz kommen. Doch die Auswahl an Reinigungsmitteln ist so groß wie die Vielzahl ihrer Anwendungsmöglichkeiten. Dabei belasten speziell konventionelle Putz- und Waschmittel nicht nur das Abwasser, sondern auch oftmals die Gesundheit. Wie meist im Leben gilt auch hier: Weniger ist oft mehr!

 

Die Tage werden länger, die Sonne scheint: Kaum verabschiedet sich die dunkle Jahreszeit, zeigen die ersten Sonnenstrahlen auf die weniger feinen Stellen im Haushalt. Höchste Zeit für den Frühjahrsputz, am besten mit ökologischen Reinigungsmitteln. Damit wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch das eigene Wohlbefinden. Denn konventionelle Reinigungsmittel beinhalten häufig synthetische Tenside – waschaktive Substanzen auf Erdölbasis – sowie synthetische Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe, die für die Natur schädlich sein können. Auch Chlor-Produkte oder WC-Reiniger, die anorganische Säuren mit chemischen Inhaltsstoffen wie Phosphonate, Paraffine oder Polycarboxylate enthalten, gelten als bedenklich. Mit diesen Reinigungsmitteln gelangen schädliche Stoffe nicht nur ins Abwasser, sondern belasten auch den Menschen, da sie Haut und Schleimhäute austrocknen können und dadurch ihre Nutzer für Ausschläge und Allergien anfälliger sind.
Anders als konventionelle Produkte beinhalten geprüft ökologische Reinigungsmittel in der Regel keine aggressiven Stoffe, die sowohl während des Herstellungsprozesses als auch bei der Entsorgung schädlich sind. Um dem Gewässerschutz Rechnung zu tragen, erließ die EU-Kommission 2017 eine Verordnung, wonach beispielsweise der Phosphatgehalt in Geschirrspülmitteln deutlich begrenzt wird. Folglich brachten im vergangenen Jahr viele Hersteller phosphatfreie Produkte auf den Markt. Manche Anbieter wie Sonett verzichten sogar nicht nur auf Phosphate, sondern verwenden auch meist pflanzliche und mineralische Rohstoffe und dürfen sich deswegen laut Stiftung Warentest als „Ökoputzmittel“ bezeichnen.
Für die Note der Umwelteigenschaften von Putzmitteln berechnet Stiftung Warentest zum Beispiel, wie stark die Gewässerbelastung pro Spülgang ausfällt, oder wie hoch bei einem Produkt der Verpackungsverbrauch liegt.
Bio-Reinigungsmittel, die auf der Packung das EU-Umweltzeichen mit der grün-blauen Blume tragen, dürfen keinerlei Plastikpartikel enthalten. Des Weiteren ist die Nutzung von Chemikalien sowie Duftstoffen verboten, durch die Mensch und Umwelt Schaden nehmen können. Plastikverpackungen müssen sich außerdem recyceln lassen. Bisher tragen über 40.000 Produkte das EU-Umweltzeichen. Die Nutzung ist für die Hersteller freiwillig. Zudem ist seit wenigen Jahren auch der Blaue Engel auf Putzmitteln zu finden, dessen Standards über die des EU-Umweltzeichens hinausreichen.

Sauber ja, aber machen Ökoputzmittel auch wirklich rein?

Diese Frage beantwortet die Hauswirtschaftsexpertin Martina Schäfer mit einem klaren „Ja!“. Der einzige Nachteil sei, dass die Anwender manchmal länger schrubben müssen, bis die gewünschte Sauberkeit erreicht wird. Ein Geheimtipp seien alte Hausmittel, die auch mit weniger Verpackung auskämen. Verdünnt mit warmem Wasser wirkt zum Beispiel Soda bei Fettverschmutzungen, Natron bei hartnäckigen Flecken sowie Verkrustungen, und Zitronensäure bei Kalk.
Um die Umwelt zu schützen, gilt generell die Devise: Nicht viel hilft viel, sondern so wenig wie möglich. Ein Blick in die überquellenden deutschen Putzschränke zeigt aber ein anderes Bild. Dabei reicht laut Monika Wittkowski vom Berufsverband der Haushaltsführenden eine geringe Zahl an Reinigern aus, um Böden, Bad und Fenster sauber zu halten. Demnach genügt ein Allzweckreiniger, um sämtliche Oberflächen und sogar Toiletten zu putzen. Ein Spülmittel hilft, fettige Verschmutzungen zu lösen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt überdies an, dass auch ein saurer Reiniger wie Essigreiniger oder Reiniger mit Zitronensäure gute Dienste im Haushalt leisten kann – speziell Kalkflecken lassen sich damit gut entfernen.

Der Putzlappen macht den Unterschied

Damit das Haus strahlt, braucht es aber mehr als nur das richtige Putzmittel. Denn wer regelmäßig sauber macht, benötigt weniger scharfe Reiniger, um Eintrocknungen und Verkrustungen zu entfernen. Oft unbeachtet, aber genauso wichtig ist auch der Einsatz des richtigen Putzlappens. Mit einem rauen Stoff lässt sich zum Beispiel eine bessere mechanische Wirkung entfalten. Das gilt für die Nutzung von Öko-Topfschwämmen mit einer rauen Unterseite, genauso wie für Bürsten oder Fensterabzieher.
Fazit: Augen auf beim Putzmittelkauf! Mit dem richtigen Griff ins Regal lassen sich nicht nur Putzmittel, sondern auch Chemikalien einsparen. Das schafft ein angenehmes Wohnklima, und Gesundheit sowie Natur danken es auch.


Stephan Wild