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Sobald dicke Schneeflocken vom Himmel fallen und alles ringsherum in ein weißes Kleid hüllen, beginnt auch schon das große Kribbeln – zumindest bei Wintersportlern. Also schnell in den Keller oder auf den Dachboden. Dort schlummern recht geduldig Schlitten, Skier, Snowboard oder Eislaufschuhe und warten darauf endlich wieder gebraucht zu werden. Dafür braucht man sich allerdings keiner Blechlawine anzuschließen, die in die Berge donnert und die Luft verpestet. Statt monströser Skigebiete, die sich mit ihren weißen Bändern gnadenlos durch die alpine Landschaft fressen, kann man die weiße Pracht auch ganz umweltfreundlich genießen. Dem Spaß tut das keinen Abbruch. Hier ein paar Tipps:

Mit Brettern in die Ammergauer Alpen

In vier Wintersportgebieten können sich hier Snowboarder und Skifahrer austoben. Knapp zwei Stunden mit dem Zug von München entfernt. Free-Rider kommen dabei in Oberammergau am Laber voll in Schwung. Hier ist nicht nur die Abfahrt extrem steil und lässig – nur etwas für Könner! Auch die alte Bergbahn, sorgt dafür, dass oben keine Massenabfertigung stattfindet. Alles verläuft sehr entspannt – dazu ein traumhafter Blick über die Alpen auf 1.684 Metern Höhe. Nicht weit davon entfernt befindet sich die AktivArena am Kolben – für Familien und Anfänger geeignet, die ohne großen Rummel die Winterlandschaft auf einem oder zwei Brettern genießen wollen. Gleiches gilt für den Steckenberg in Unterammergau und das Hörnle bei Bad Kohlgrub. Mit Skischule und Skiverleih direkt vor Ort.
www.ammergauer-alpen.de


Wandern durch die Allgäuer Alpen

Über eine Strecke von insgesamt 140 Kilometern ziehen sich die Winterwanderwege rund um Oberstdorf. Sie lassen einen die Allgäuer Alpen im Winter auch mal ohne Bretter erleben. Am Nebelhorn startet vom Höfatsblick auf 2.000 Meter Höhe ein 1,5 km langer Panoramaweg – für Kinder gut geeignet. Etwas weiter und anspruchsvoller verläuft die kleine Tour zum Zeigersattel, den man in einer Stunde erreicht. An der Mittelstation des Fellhorn startet ein zwei Kilometer langer Winterwanderweg. Er führt zur Schlappoldalpe, die im Winter leider nicht bewirtschaftet ist. Oder man streift vom Söllereck aus durch das weiße Pulver, wandert ins Kleinwalsertal oder entdeckt den Naturerlebnisweg Richtung Freibergsee. Das Allgäu ist auch im Winter eine tolle Wanderregion.
Bitte beachten: Die Wege werden nicht gestreut – festes Schuhwerk ist erforderlich! Von München aus erreicht man Oberstdorf mit dem Zug in 2,5 Stunden. www.allgaeu.de

Naturrodelbahnen im Chiemgau

Die Bretter kommen dieses Mal nicht mit. Statt Ski und Snowboard steht im Chiemgau Rodeln auf dem Wintersport-Programm. Zahlreiche Naturrodelbahnen sorgen für rasante Abfahrten. Zum Beispiel: Die zwei Kilometer lange, familienfreundliche Rodelbahn Maria Eck eignet sich wunderbar für erste Schlittenfahrten und Genussfahrten. Sie führt von der Wallfahrtskirche Maria Eck bis zur Talstation der Hochfelln-Seilbahn in Bergen. Vom Unternberg geht es über eine fünf Kilometer lange Rodelpiste zurück ins Tal. Die Naturrodelbahn in Unterwössen verspricht ebenso eine anspruchsvolle Abfahrt. Dazu gesellt sich ein wundervoller Panoramablick über den Chiemsee. Eine Rodelbahn für echte Rennfahrer startet von der Hindenburghütte auf knapp 1.300 Metern. Sie führt drei Kilometer lang ins Tal von Reit im Winkl und verspricht jede Menge Nervenkitzel. Ganz locker saust man von der Bergstation der Hochplattenbahn bei Marquartstein durch den Bergwald hinunter ins Tal – ebenfalls drei Kilometer pures Rodelvergnügen. Hier kann man sich vom guten öffentlichen Verkehrsnetz im Chiemgau an die jeweiligen Rodelbahnen bringen lassen.
www.chiemsee-chiemgau.info

Langlaufen im Berchtesgadener Land

Umringt von zackigen Bergen, verschneiten Wäldern und Wiesen, fühlt man sich in Oberau wie in einem Märchen. Ein zauberhafter Ort, der sich besonders gut auf Langlaufskiern entdecken und erleben lässt. Die Loipen führen um das kleine Dorf, bieten auf neun Kilometern feinste Spuren und Ausblicke. Im Rupertiwinkel können auf einfachen Langlaufloipen für den klassischen Stil vor allem Anfänger erste Schritte wagen. Auf einer Schleife über vier Kilometer läuft man unterhalb am Schloss Staufeneck vorbei und durch den Pidinger Ortsteil Urwies. Die Höhenloipe Scharitzkehl liegt auf 1.100 Metern Höhe am Obersalzberg. Zudem bietet sich mit der Scharitzkehlalm eine tolle Einkehr. An den Felswänden des Hohen Gölls vorbei kann man auf insgesamt neun Kilometern sowohl klassisch als auch in Skatingtechnik seine Bretter laufen lassen. Die Ausgangspunkte sind mit Bus und Bahn erreichbar.
www.berchtesgaden.de, www.biosphaerenregion-bgl.de

Ein Traum aus Eis in München

Wenn es richtig schön eisig und frostig ist, erwacht in München ein großes Eisparadies. Dann wird aus der kurfürstlichen Wasserstraße, von Max Emanuel 1701 angelegt, eine glatte Eisfläche, die Eisläufer, Eishockeyspieler und Eisstockschützen zum Schwärmen bringt. Umringt von den alten Bäumen der Auffahrtsallee, einem alten Bauwagen und dem imposanten Hubertusbrunnen am Nymphenburger Schlosskanal sorgt der „Schlitterclub“ für Spaß auf Schlittschuhen. Omas, Kinder mit Schlitten, Eistänzer, Väter mit Kinderwagen, kleine Eisprinzessinnen aber auch Eishockeycracks rauschen übers Eis. Dazu klingt aus Boxen abgefahrene Musik. Nicht weit vom Schlitterclub entfernt sitzt Herbert Fesl. Er lässt die Herzen jedes Eisstockschützen höher schlagen. Denn er sorgt mit seinem Team dafür, dass sich im Winter 60 Bahnen für Eisstockschießen auf dem Schlosskanal verteilen – eine der größten Anlagen dieser Art weltweit. „Ich bin schon mit meinem Vater vor über 40 Jahren hier über das Eis gelaufen und habe ihm bis tief in die Nacht geholfen, die Bahnen zu präparieren“, erzählt Fesl. „Wir sind ein echter Familienbetrieb und lieben das Eisstockschießen.“
www.eisstockbahnen.de und www.schlitterclub.de

Winter ohne Eis und Schnee?

Kein Problem. Wenn die Schneeflocken im Winter für sportliche Aktivitäten nicht reichen, dann bieten sich genügend Alternativen an, um den Winter auch ohne Schnee zu genießen. Ausgiebige Saunagänge, Mountainbike-Touren, Wanderungen, Museumsbesuche, Wellness-Oasen oder Ballonfahrten sorgen ebenfalls für großes Kribbeln.

Sebastian Schulke