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Nachhaltige Geldanlagen lassen verantwortliches Engagement Früchte tragen

Ökologische und soziale Aspekte gewinnen mehr Raum bei Verbrauchern, sowohl im Hinblick auf tägliche Konsumentscheidungen als auch bei langfristigen Geldanlagen. Das ist gut so – für alle von uns. Denn nachhaltige Geldanlagen machen Projekte und Unternehmungen möglich, die die Welt positiv beeinflussen.

Bei nachhaltigen Geldanlagen dreht sich nicht alles um bloße Gewinnmaximierung. Vielmehr interessiert der soziale Aspekt hinter dem wirtschaftlichen Projekt. Laut dem Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. investierten die Deutschen seit dem Jahr 2000 rund 80 Milliarden Euro in nachhaltige Finanzanlagen. Diese Entwicklung geht insbesondere auf individuelle Anlagestrategien von Privatpersonen und institutionellen Anlegern zurück. Diese Akteure haben eines gemeinsam: Sie entscheiden sich gegen die Unterstützung von unethischen Projekten und Unternehmen, indem sie Sinn stiftende Projekte fördern. Dabei handelt sich um keine Spende an eine gemeinnützige Organisation, sondern um ein Investment, das zum Kapitalerhalt und -aufbau dient.

Banken, Fonds, Unternehmensbeteiligungen – große Auswahl für jede Anlagestrategie

Wer mit seinem Geld nicht Rüstung, Kinderarbeit oder Ressourcen verschwendende Unternehmungen unterstützen möchte, hat mehr gute Alternativen zur Wahl als je zuvor. Denn etliche Banken, Fonds und Unternehmen bieten inzwischen Finanzprodukte an, die einen ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft fördern.

Einen sehr guten Überblick über die Möglichkeiten in nachhaltige Geldanlagen geben ECOreporter.de (www.ecoreporter.de) oder GreenValue (www.greenvalue.de). Diese Branchendienste bündeln Informationen und bieten einen breiten Überblick über sämtliche Akteure am Markt und deren Leistungen. Die Lektüre empfiehlt sich vor allem jenen, die in Unternehmen, geschlossene Fonds, Aktien oder ähnliches investieren wollen.

Wer hingegen eine verlässliche Hausbank für die Eröffnung eines neuen Kontos oder für die Finanzierung eigener Projekte sucht, findet ebenfalls Alternativen zu den gängigen Finanzinstituten. Zu den bekanntesten zählt die GLS Bank (www.gls.de). Sie engagiert sich seit 40 Jahren für die Finanzierung nachhaltiger Projekte und stellt seit jeher Mensch und Gesellschaft in den Mittelpunkt. Transparenz wird dabei groß geschrieben: Die Bank gibt umfänglichen Einblick, für welche Projekte das Geld der Sparer arbeitet. Auch bei der Umweltbank (www.umweltbank.de) in Nürnberg oder der Triodos Bank (www.triodos.de) in Frankfurt werden ausschließlich Projekte und Unternehmen mit hohen ökologischen und sozialen Standards finanziert.

Wer sich auf dem Finanzmarkt weiter umsieht stößt zudem schnell auf geschlossene Fonds oder Unternehmensbeteiligungen. Zu den derzeit gefragtesten Bereichen zählen dabei Erneuerbare Energien, Waldwirtschaft oder Ökolandwirtschaft. Natürlich sollten sich Interessenten vor einem möglichen Abschluss genau informieren. Die Zeit für eine Recherche zum Projekt sowie zum emittierenden Unternehmen und dessen Leistungsbilanz ist ein ebenso wichtiges Investment wie die Geldanlage selbst.

Doppelt nachhaltig: Anlage in Erneuerbare Energien

Auch wenn die Goldgräberstimmung in der Erneuerbaren-Energie-Branche auf Grund von gesetzlichen Bestimmungen nachgelassen hat, so geht der Ausbau regenerativer Kraftwerke weiter voran. Viele dieser Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke werden durch Investitionen von Kleinanlegern realisiert. Dadurch nehmen die Bürger aktiv gestalterisch teil an der Energiewende und profitieren von deren Wertschöpfung. Gewinne gehen so nicht mehr an die großen Energieversorger, sondern an die Kleininvestoren. Vor diesem Hintergrund sollten Interessenten vor allem die Anlage in dezentrale Energieprojekte prüfen.

Ein Beispiel für ein bayerisches Unternehmen, das Energieanlagen projektiert und als geschlossene Fonds Privatanlegern anbietet, ist die Green City Energy AG (www.greencity-energy.de), ein Tochterunternehmen der Umweltschutzorganisation Green City e.V. in München. Zahlreiche Finanzprodukte und Unternehmensgenussrechte, wurden durch das Haus bereits realisiert. Wichtig für Anleger: Die Leistungsbilanz publiziert das Unternehmen auf seiner Webseite.

Auch der deutschlandweit agierende Greenpeace e. V. hat ein Unternehmen gegründet, das die Energiewende vorantreibt: Die Planet energy GmbH (www.planet-energy.de) plant, baut und finanziert Wind- und Solarkraftwerke. Zu diesem Zweck emittiert der Anbieter Genussscheine, die der Finanzierung der Projekte dienen. Dabei verfolgen beide Unternehmen das langfristige Ziel, eigene Kraftwerksparks zur Versorgung von Stromkunden aufzubauen.

Interessante Exoten

Exotischer am Finanzmarkt sind Investitionen in internationale Baumplantagen oder regionale landwirtschaftliche Betriebe. Unternehmen wie die ForestFinance Service GmbH (www.forestfinance.de) engagieren sich für nachhaltige Aufforstungsprojekte und bieten Anlegern diverse Produkte in Kolumbien, Peru und Vietnam an, vom BaumSparVertrag bis hin zum WoodStockInvest.

Geografisch sehr viel näher arbeitet das Geld bei Landwirtschaften wie dem Demeter-Schneinder-Hof (www.demeter-schneinderhof.de) in Vohenstrauß. Hier erhalten Investoren ihre Rendite in Naturalien, die am Hof erzeugt werden. Damit werden nachhaltig orientierte Verbraucher direkt mit der erzeugenden Landwirtschaft in Kontakt gebracht und fördern so gezielt die bio-dynamische Wirtschaftsweise.

Auch die Plattform „Genussgemeinschaft Städter und Bauern“ (www.genussgemeinschaft.de) zeigt von der Bienen- und Streuobstwiesenpatenschaft bis hin zu organisierten Einkaufsgemeinschaften eine große Vielfalt an Investoren- und Produzenten-Partnerschaften. Hier steht der Verzehr von gesunden Lebensmitteln sowie die Förderung von nachhaltigen Produktionsweisen im Vordergrund.

Fazit: Es geht auch anders

Der Mensch bestimmt die Ausgestaltung und Wirkung unseres Wirtschaftssystems. Dabei nehmen zahlreiche Parteien die Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf nachteilige Effekte auf Umwelt, Lebenswelt und Kultur oftmals leichtfertig in Kauf. Die beschriebenen Beispiele zeigen, dass jeder Investor aktiv Einfluss auf die eigene Lebenswirklichkeit nehmen kann. Die Entscheidung für nachhaltige Geldanlagen macht dabei den feinen Unterschied.

Stephan Wild

Hinweis: Dieser Text zeigt Beispiele für Unternehmen und Finanzprodukte auf und nimmt ausdrücklich keine Bewertung im Hinblick auf Qualität oder Anlagesicherheit vor.