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Heizkosten sparen

Viele Deutsche zahlen wegen Uralt-Heizungen unnötig viel für Wärme. Dabei sind ausreichend wirtschaftliche und umweltfreundliche Systeme vorhanden, die es Hausbesitzern leicht machen Energie zu sparen. Wer Kosten und Vertragsmodalitäten umfassend vergleicht, ist klar im Vorteil.

Eine forsa-Umfrage im Auftrag des Spitzenverbandes der Gebäudetechnik VdZ ergab, dass 38 Prozent der hiesigen Heizungsanlagen älter als 16 Jahre sind. Dem Meinungsbild zufolge liegen 45 Prozent der 1.011 befragten Hausbesitzer mit ihrer Einschätzung richtig, dass im Eigenheim die Heizung der größte Energiefresser ist. Gleichzeitig belegt die Erhebung den großen Nutzen einer Heizungsoptimierung. Denn auf der Suche nach einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung haben Verbraucher dank moderner Heizungssysteme die Möglichkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu steigern – insbesondere wenn mehrere technische Anwendungen miteinander kombiniert werden.
Speziell im Rahmen einer Heizungsmodernisierung sollen die höchstmöglichen Einsparpotenziale genutzt werden, um unnötige Ausgaben zu vermeiden und die Umwelt zu schonen. Allein wegen unterschiedlicher finanzieller Möglichkeiten, Gebäude und Wohngebiete sowie Wünsche sind allgemeingültige Standartlösungen so gut wie nicht gegeben. Deswegen empfiehlt zum Beispiel die Allianz Freie Wärme vor einer langfristigen Investition zentrale und dezentrale Wärmesysteme mit unterschiedlichen Heizungstechniken genauestens zu vergleichen, und Spezialisten wie SHK-Fachhandwerker (Sanitär, Heizung, Klima) oder Energieberater so früh wie möglich in laufende Vorhaben miteinzubeziehen.


Dezentrale Heizungstechnik bietet hohe Einsparpotenziale und ist
verbraucherfreundlich


Sobald eine Heizungsanlage älter als 25 Jahre ist, sollte über einen Kesseltausch mit effizienter Öl- und Gasbrennwerttechnik, Wärmepumpen, Kraft-Wärme-Koppelung (KWK)-Systemen oder auch Pellet- und Holzsysteme nachgedacht werden. Je nach Gebäudezustand und -technik lassen sich so bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Digital steuerbare Heizkessel sind zum Beispiel mit Solarthermie auf dem Dach oder mit einem wassergeführten Kamin- bzw. Kachelofen kombinierbar. Mit individuellen Heizungssystemen, inklusive Schornstein, sind Hausbesitzer langfristig flexibel und unabhängig – egal ob im Ein- oder Mehrfamilienhaus. Abgesehen davon sind sie in der Lage, erneuerbare Energien einzubinden und beim Energieträger Bevorratungsvorteile zu nutzen.
Mittlerweile wird in Deutschland in jedem dritten Haushalt eine Luftwärmepumpe eingesetzt. Der Grund ist relativ schnell nachvollziehbar: Mit einer Kilowattstunde Strom erzeugen diese im Jahresmittel rund das Vierfache an Wärmeenergie. Dabei entziehen die strombetriebenen Luftwärmepumpen der Außenluft die vorhandene Wärme und wandeln sie in Heizenergie um. Die Effizienz hängt insbesondere von der Umgebungs- und gewünschten Heiztemperatur ab. Bei starkem Frost – wenn der Wärmebedarf recht hoch ist – funktioniert das Prinzip der Luftwärmepumpe aber nicht mehr ausreichend. Dann schaltet sich ein elektrischer Heizstab ein, der Wasser und Heizung erwärmt, was aber zu höheren Stromkosten führt. Deswegen empfiehlt es sich bei kalten Außentemperaturen das Heizsystem mit einem holzbefeuerten Kaminofen, Heizkamin oder Pelletofen zu unterstützen. Mittels der Kombination beider Techniken lassen sich Haus und Wohnung das ganze Jahr über mit regenerativen Energien warmhalten.
„Eine Entscheidung für individuelle Heizungssysteme steigert den Immobilienwert und sorgt für ein gutes Wohnklima sowie geringere Nebenkosten“, empfiehlt Johannes Kaindlstorfer, Sprecher der Allianz Freie Wärme. So wird der Austausch von mindestens zwei Jahre alten Heizungspumpen seit 2016 vom Staat bezuschusst. Die Investitionskosten für eine neue Pumpe verringern sich damit von 400 auf 300 Euro. Diese Kosten amortisieren sich meist zügig, weil die neuen Pumpen bis zu 80 Prozent weniger Energie verbrauchen. Zudem spart auch ein hydraulischer Abgleich Geld, auch dieser wird mit einem 30-prozentigem Zuschuss staatlich gefördert.


Wärmenetze unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll


Besonders in Neubaugebieten werden von Kommunen oder regionalen Energieanbietern verstärkt Wärmenetze installiert, an denen meist die jeweilige Stadt oder Gemeinde finanziell beteiligt ist. Zwar zeigen Studien, dass zentrale Wärmenetze unter bestimmten Voraussetzungen Sinn machen können, wenn sie über eine hohe Anschlussdichte mit vielen Nutzern verfügen – wie zum Beispiel in der Stadt München –, oder mittels hoher Subventionen und durch zugeführte Wärme effizient und wirtschaftlich betrieben werden. Sollte dies aber nicht der Fall sein, folgen meist Anschluss- und Benutzungszwänge sowie Verbrennungsverbote. Die freie Wahl der Heizungstechnik wird dann untersagt und die Verbraucher sitzen über viele Jahre in der Kostenfalle der Wärmeanbieter.


Vorsicht bei Immobilienkauf und Neubau


Gerade für junge Familien, die auf der Suche nach bezahlbarem Baugrund sind, gibt es mittlerweile kaum Alternativen zu zentralen Wärmenetzen. In Grundstücksverträgen zunehmend festgeschrieben, oder durch kommunale Vorschriften wie etwa neue Bauleitplanverfahren, Brennstoffverordnungen und Fernwärmesatzungen, sind sie dann langfristig an die Nah- beziehungsweise Fernwärme inklusive Verbrennungsverbote gebunden. Das bedeutet, die Hauseigentümer und Mieter haben bei Kostensteigerungen keine Wechselmöglichkeiten zu anderen Anbietern oder Heizungstechniken. „Ist der Grundstücks- oder Immobilienkaufvertrag erst einmal unterschrieben, sind die möglicherweise recht schmerzhaften finanziellen Auswirkungen so genannter kommunaler Eingriffe kaum noch rückgängig zu machen“, warnt Johannes Kaindlstorfer. Die Allianz freie Wärme beobachtet seit vielen Jahren solche Fälle und bietet Verbrauchern kostenfreie Services und Tipps.
Weitere wichtige Anlaufstellen zur Optimierung von Heizungssystemen und Informationsquelle sind übrigens nicht nur Fachbetriebe und Handwerker, sondern auch das Internet. Speziell verbraucherorientierte Webseiten wie www.intelligent-heizen.info bieten umfassend Auskünfte und stehen auch laut forsa-Umfrage bei Hausbesitzern hoch im Kurs.
Weitere Quellen:
www.freie-waerme.de
www.bafa.de
www.ratgeber-ofen.de

Stephan Wild